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Klimawandel : Söders Nachdenklichkeit auf der Zugspitze

Markus Söder mit Umweltminister Thorsten Glauber (l.) und dem Gletscherforscher Matthias Bernhard auf der Zugspitze Bild: dpa

Bayerns Ministerpräsident Söder besucht mal wieder Deutschlands höchsten Berg – und zeigt sich nachdenklich angesichts des Klimawandels.

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          Gehört es zum Job eines bayerischen Ministerpräsidenten, dass er an die Zugspitze fährt? Die Jugendlichen, die Markus Söder am Fuß von Deutschlands höchstem Berg einen kämpferischen Empfang boten, glauben: nein. Eine junge Frau vom Bund Naturschutz, in der Hand ein trauerschwarzes Plakat mit der Aufschrift „Do.Your.Job.“, lieferte sich am Mittwoch ein kleines Rededuell mit dem CSU-Politiker, der sich mit „Ich bin der Markus“ vorgestellt hatte – und den ebenfalls mitgereisten Umweltminister Glauber als den „Thorsten“. Die junge Frau wies korrekt darauf hin, dass Söder ja schon mal auf der Zugspitze gewesen sei, im vergangenen Jahr zum Beispiel.

          Timo Frasch

          Politischer Korrespondent in München.

          Tatsächlich kann man den Eindruck bekommen, CSU-Politiker seien ständig auf der Zugspitze, schon im Oktober wird es wieder so sein, dann wird Söder dort seinen Ministerpräsidentenkollegen in Erinnerung rufen, wo die Spitze Deutschlands ist. Jedenfalls, so die Auffassung der jungen Frau, hätte sich der Ministerpräsident den C02-Ausstoß für seine „Klima-Tour“ sparen und seine „teure Arbeitszeit besser verwenden“ können, denn alle notwendigen Informationen über den Klimawandel seien ja digital verfügbar. Söder konterte: Wenn es so sei, dann hätte sie ja auch zuhause bleiben und ihm ihre Argumente online zukommen lassen können. „Digital ist super, aber nicht für alles.“

          Der Mann, der unsere Zukunft retten kann

          Söder wie auch Glauber merkte man an, dass sie im Umgang mit Jugendlichen, von denen in diesem Fall manche auch von Greenpeace, andere von Fridays-for-future Murnau kamen, gewisse Übung haben. Der Umweltminister hat sich zuletzt öfter mit Vertretern der Bewegung getroffen, Söder muss sich sogar am heimischen Tisch mit den Sorgen der Jugend auseinandersetzen. Sein 15 Jahre alter Sohn, so berichtete der Vater, habe ihm in seiner Funktion als Ministerpräsident gesagt: „Mach was!“ Das könnte vom Papa stammen.

          Söder mit jugendlichen Greenpeace Aktivisten

          Jedenfalls versuchten Söder und Glauber auf die Jugendlichen einzugehen, ohne zu große Erwartungen zu wecken und ohne ihnen nach dem Mund zu reden. Der Umweltminister von den Freien Wählern, der von Söder mehrfach gelobt wurde (wie auch der Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger), hob hervor, dass kleinere Schritte, die ans Ziel führen, dem Zehn-Meter-Sprung vorzuziehen seien. Söder präzisierte da nur, dass es nicht um den Sprung vom Zehn-Meter-Brett ging. Als eine Greenpeace-Aktivistin dem Ministerpräsidenten empfahl, er solle eine der Urnen, die sie stellvertretend für tote deutsche Gletscher mitgebracht hatten, auf seinen Schreibtisch in der Staatskanzlei stellen, sagte Söder, das müsse er sich noch überlegen. Positiv vermerken konnte er, dass die jungen Leute ihm ausweislich ihrer Plakate offenbar einiges zutrauen: „Söder, Mann, der unsere Zukunft retten kann.“

          Als er mit der Seilbahn dem Gipfel ganz nah gekommen war, zeigte er, die eigene Vergangenheit Revue passierend, Verständnis für die jungen Leute. Er bemühte sich aber, deren Existenzängste durch historische Einordnung die Spitze zu nehmen: Auch die Dinosaurier seien erst Tausende Jahre nach dem Asteroideneinschlag von der Erde verwunden. Auch wies Söder darauf hin, dass er mit Argumenten wie: „Was nützt mir ein Arbeitsplatz, wenn die Welt untergeht“ nicht viel anfangen kann.

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