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Klimastreik : Mindestens 10.000 Menschen demonstrieren in Berlin

  • Aktualisiert am

Demonstranten fordern am 22. Oktober 2021 in Berlin eine strengere Klimaschutzpolitik Bild: EPA

In Berlin sind abermals Tausende Menschen dem Aufruf von „Fridays for Future“ gefolgt und für einen besseren Klimaschutz auf die Straße gegangen.

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          Tausende Menschen sind am Freitag in Berlin unter dem Motto #IhrLasstUnsKeineWahl für eine ehrgeizige Klimapolitik auf die Straße gegangen. Sprecherinnen von „Fridays for Future“ kritisierten beim „Klimastreik“ vor dem Brandenburger Tor die bisherigen Gesprächsergebnisse zwischen den möglichen Koalitionspartnern SPD, Grünen und FDP. Das bekannt gewordene Sondierungspapier mache die Einhaltung der Pariser Klimaziele unmöglich. „Mit Lippenbekenntnissen werden wir die Klimakrise nicht bekämpfen“, warnten die Klimaschützer.

          Nach Angaben von „Fridays for Future“ nahmen rund 20.000 Menschen am „Klimastreik“ in Berlin teil. Die Polizei sprach von 10.000 Teilnehmern in der Bundeshauptstadt. Eine Person sei festgenommen worden. Am Rand einer Blockade der SPD-Parteizentrale in Berlin sei die Polizei mit Gewalt gegen Aktivisten vorgegangen, teilte die Klimabewegung mit. Damit habe sie legitime Teilnehmer gefährdet. Das Willy-Brandt-Haus war bereits in der vorangegangenen Nacht von Unbekannten beschmiert worden.

          Im Wahlkampf hätten alle Parteien über Klimapolitik gesprochen, sagte die „Fridays for Future“-Sprecherin Carla Reemtsma. Das vorliegende Sondierungspapier gehe aber „komplett an der eskalierenden Klimakrise vorbei“. Es biete stattdessen ein „Mischmasch an Einzelmaßnahmen“. Die voraussichtliche Ampelkoalition habe keinen Plan, um die 1,5-Grad-Grenze beim Temperaturanstieg einzuhalten, sagte Christina Schliesky, eine weitere Sprecherin von „Fridays for Future“.

          Die Bewegung fordert von der neuen Bundesregierung ein Sofortprogramm für die ersten 100 Tage. Darin wird unter anderem die Beseitigung von Hindernissen verlangt, etwa von unrealistischen Abstandsgrenzen beim Ausbau der Sonnen- und Windenergie. Außerdem fordern die Aktivisten einen verbindlichen Kohleausstieg bis 2030 und einen sofortigen Abbaustopp gefährdeter Ortschaften in Bergbaugebieten. Weitere erforderliche Maßnahmen sind nach Ansicht der Klimaaktivisten etwa ein „Einbaustopp für fossile Verbrennermotoren“ ab 2025 und ein sofortiger Neu- und Ausbaustopp für Autobahnen und Bundesstraßen.

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