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Das fordert Fridays for Future : Eine Warnung aus dem Dinosaurier-Saal

Vier„Fridays For Future“ Aktivisten zusammen mit Moderator Tom Patzelt und dem Generaldirektor des Naturkundemuseums, Johanes Vogel, am Montag auf einer Pressekonferenz im Naturkundemuseum in Berlin. Bild: dpa

Eigentlich wollten die Schüler der „Fridays for Future“-Bewegung keine konkreten Forderungen stellen. Aber die Erwachsenen hätten sie dazu gezwungen, sagen sie bei der Vorstellung ihres Maßnahmenkatalogs. Denn von denen würde „kein Schritt in Richtung konkretes Handeln getan“.

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          Die Schülerbewegung „Fridays for Future“ hat ihre Forderungen für eine klimafreundlichere Politik konkretisiert. Auf einer Pressekonferenz im Berliner Naturkundemuseum stellten vier Aktivisten am Montag eine Maßnahmen-Liste vor. „Um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen, fordern wir für Deutschland: Nettonull 2035, den Kohleausstieg bis 2030, eine zu hundert Prozent erneuerbare Energieversorgung bis 2035“, erklärte Sana Strahinjic.

          Mit „Nettonull“ meinen die Schüler, dass weniger oder genauso viele Treibhausgase ausgestoßen werden wie das Ökosystem kompensieren kann. Außerdem verlangt „Fridays for Future“ von der Bundesregierung, Subventionen für fossile Energieträger bis Ende dieses Jahres zu stoppen. Im gleichen Zeitraum soll zudem ein Viertel der Kohlekraftwerke abgeschaltet und eine CO2-Steuer auf alle Treibhausgasemissionen erhoben werden.

          „Uns ist bewusst, dass diese Forderungen ambitioniert sind, doch wenn wir jetzt nicht entschlossen handeln, werden wir das 1,5-Grad-Ziel verfehlen“, schreiben die Schüler in der Erläuterung zu ihrem Maßnahmen-Katalog.

          Bisher hatten die Jugendlichen lediglich verlangt, dass Deutschland bis spätestens 2030 aus der Kohle aussteigt und dem Pariser Klimaabkommen folgt, die Erderwärmung möglichst bei 1,5 Grad zu begrenzen. Auf die Frage nach detaillierteren Forderungen hatte „Fridays for Future“ stets darauf verwiesen, dass dies Aufgabe der Politik und der Wissenschaft sei.

          Auch am Montag meinte der 15 Jahre alte Schüler Linus Steinmetz: „Am liebsten würden wir gar keine Forderungen stellen und es einfach den Erwachsenen überlassen.“ Doch in den vergangenen Monaten hätten die Jugendlichen gemerkt, dass das nicht reiche. „Von den Erwachsenen wird kein Schritt in Richtung konkretes Handeln getan.“

          Die Aktivisten werden von Zehntausenden Wissenschaftlern unterstützt, die Anfang März die Initiative „Scientists for Future“ gegründet hatten und deren Vertreter bei der Pressekonferenz im Naturkundemuseum anwesend waren. Die Jugendlichen betonten, dass ihre Forderungen von Experten auf ihre Umsetzbarkeit und ihren Sinn geprüft worden seien. Volker Quaschning, Professor für Regenerative Energiesysteme an der HTW Berlin, twitterte im Anschluss an die Pressekonferenz: „Forderungen von Fridays for Future. Aus wissenschaftlicher Sicht alles berechtigt.“

          „Fridays for Future“ demonstriert seit Ende vergangenen Jahres weltweit für mehr Klimaschutz. Inspiriert wurde die Bewegung von der Schwedin Greta Thunberg. Die Jugendlichen wollen erst aufhören zu protestieren, wenn die Regierungen ihrer jeweiligen Heimatländer den Ausstoß von Treibhausgas soweit senken, dass die Ziele des Pariser Klimaabkommens erreicht werden können.

          Die deutschen „Fridays for Future“-Aktivisten sagten auf der Pressekonferenz, die Größe, die ihre Bewegung mittlerweile erreicht habe, sei unvorstellbar. „Was wir daraus ziehen können, ist, dass wir als ‚Fridays for Future‘ gesellschaftlich und politisch Einfluss haben“, sagte Linus Steinmetz.

          Mehrere Mitglieder der Bundesregierung, darunter Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Umweltministerin Svenja Schulze (SPD), haben die Bewegung zwar gelobt – nach Ansicht der Aktivisten hätten sie aber bislang keine zufriedenstellenden Maßnahmen erarbeitet. Besonders scharf kritisierten die Schüler am Montag die Beschlüsse der Kohlekommission. Sie würden dem 1,5-Grad-Ziel „völlig widersprechen“.

          „Fridays for Future“ ist basisdemokratisch organisiert. Die mittlerweile etwa 200 Ortsgruppen wählen Delegierte, die in einer wöchentlichen Telefonkonferenz Beschlüsse fassen. So wurde auch die Liste mit den sechs Forderungen verabschiedet. Sie sei in einer bundesweiten Arbeitsgruppe entwickelt worden, erklärte eine der Aktivistinnen.

          Als Kulisse, um ihre Forderungen vorzustellen, wählten die Schüler den Dinosaurier-Saal im Naturkundemuseum. Sebastian Grieme sagte, bevor er mit einer Hand auf die meterhohen Skelette hinter ihm deutete: „Wir haben durch unser Handeln das sechste große Artensterben in der Geschichte dieses Planeten ausgelöst. Das Ergebnis des fünften großen Artensterbens sehen Sie direkt hinter mir.“

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