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Attacke auf Freiburger OB : „Ich lasse mich nicht unterkriegen“

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Martin Horn nach dem Angriff am Sonntagabend Bild: dpa

Die Verletzungen des frisch gewählten Freiburger Oberbürgermeisters sind schwerer als angenommen. Der Angreifer schlug ihm nicht nur einen Zahn aus, sondern brach ihm auch die Nase. Doch Martin Horn gibt sich optimistisch.

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          Die Attacke auf den neu gewählten Freiburger Oberbürgermeister Martin Horn ist nicht politisch motiviert gewesen. Das haben erste Ermittlungen des Staatsschutzes ergeben, wie die Polizei am Montag mitteilte. Bei dem festgenommenen Angreifer, einem 54 Jahre alten Mann aus dem Raum Freiburg, gebe es Hinweise auf eine psychische Erkrankung. Das Amtsgericht ordnete eine vorläufige Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus an. Der Mann hatte dem 33 Jahre alten parteilosen Politiker, der von der SPD unterstützt wird, unvermittelt ins Gesicht geschlagen.

          „Ich habe eine gebrochene Nase, zwei kleine Stiche und einen abgebrochenen Zahn“, berichtete Horn in einem Video auf Facebook. Doch sollten sich seine Anhänger von so einem Zwischenfall nicht die Laune verderben lassen. „Wir werden uns nicht unterkriegen lassen“, sagte er. Die Leute sollten sich nicht zu viele Sorgen um ihn machen. Seine Verletzungen bezeichnete Horn als „Pillepalle“.

          Horn wurde am Sonntag in einem Krankenhaus behandelt, nahm aber später am Abend wieder an seiner Siegesfeier teil. Die Polizei schaltete in der Nacht ein Hinweisportal im Internet frei. Dort können Zeugen Bilder und Videos des Angriffs hochladen.

          Horn hatte die Oberbürgermeisterwahl in Freiburg am Sonntag gewonnen und wird zum 1. Juli Nachfolger des Grünen-Politikers Dieter Salomon, der nach 16 Jahren abtreten muss. Horn, Europa- und Entwicklungskoordinator bei der Stadt Sindelfingen, hatte sich bereits im ersten Wahlgang vor Salomon an die Spitze gesetzt. Er erreichte nach Angaben des Rathauses 44,2 Prozent der Stimmen. Salomon kam auf 30,7 Prozent. Das Wahlergebnis wurde als Schlappe für die Grünen und die CDU gewertet. Die beiden Parteien hatten sich für Salomons Wiederwahl stark gemacht.

          Zum Beginn seiner Amtszeit werde er den sozialen Wohnungsbau stärken, sagte Horn der dpa. Es fehle preisgünstiger Wohnraum. Davon betroffen seien nicht nur sozial Schwache, sondern weite Teile des Mittelstandes. In Freiburg, als einer der am schnellsten wachsenden Städte Deutschlands, sei dieses Problem besonders groß. Viele Familien könnten ein Leben in der rund 230.000 Einwohner zählenden Stadt kaum noch finanzieren, viele Wohnungen oder gar Häuser seien für sie nicht bezahlbar, sagte Horn. Nötig sei neuer Wohnraum, den sich auch Gering- und Normalverdiener leisten könnten. Dies werde einer der Schwerpunkte seiner Politik als Stadtoberhaupt sein.

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