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Streit um neuen Stadtteil : Häuserkampf in Freiburg

Winzer Martin Linser steht auf einer Wiese im Gebiet, das für den neuen Stadtteil Dietenbach bebaut werden soll. Bild: Daniel Vogl

Freiburg ist begehrt: 2000 Neubürger zieht die Stadt pro Jahr an. Aber auch hier ist Wohnraum knapp. Ein neuer, superökologischer Stadtteil soll deswegen her. Doch der Widerstand ist groß – auch wegen unerfüllter Versprechen.

          10 Min.

          Schilfgras, Müller-Thurgau-Rebstöcke und der schneebedeckte Belchen im Nebel. Landwirt Martin Linser schaut täglich in eine phantastische Landschaft, im Winter aus dem Esszimmer seines modernen Bauernhauses, im Sommer von der Terrasse. Insgesamt 53 Hektar bestellt er in Opfingen am Tuniberg im Freiburger Umland. Getreide, Wein für die Winzergenossenschaft und Spargel. Auch Blühflächen und Bienenweiden beackert er. Auf 4,5 Hektar Anbaufläche muss er möglicherweise in ein paar Jahren verzichten, wenn auf einem Flurstück in der Nähe der Autobahn Basel–Karlsruhe die Bagger anrollen, um für die Freiburger einen neuen, superökologischen Stadtteil zu bauen.

          Rüdiger Soldt

          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          6500 Wohnungen für etwa 15.000 Bewohner auf 110 Hektar, dezentrale Quartiersgaragen, Plätze, Tramhaltestellen, zwanzig Kitas, 700 Wohnheimplätze für Studierende. Zwei Millionen Euro hat die Stadt schon für den Wettbewerb und die Planungen investiert. Die Hälfte der Wohnungen sollen öffentlich geförderte Sozialwohnungen werden. Die Fläche, die tatsächlich versiegelt wird, dürfte etwa 68 Hektar betragen. Das wäre kaum mehr als die Ackerfläche, die in Deutschland derzeit pro Tag zubetoniert oder geteert wird. Seit den neunziger Jahren ging der Flächenverbrauch stark zurück, 1998 waren es noch 120 Hektar pro Tag.

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