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„Freedom Day" : Endet die Pandemie wirklich am 20. März?

Eine Verwaltungshelferin entfernt einen Aufkleber im Osnabrücker Impfzentrum, das im September zurückgebaut wurde. Bild: dpa

Die Ampel-Parteien haben ein Datum für das Ende aller Maßnahmen genannt. Das finden Minister und Fachleute gewagt. Auch an der Arbeit von Jens Spahn gibt es Kritik.

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          Nach dem Willen der Ampel-Parteien sollen alle Corona-Maßnahmen am 20. März 2022 enden. Gesundheitsminister und Fachleute finden diese Festlegung gewagt. „Keiner von uns weiß, was am 20. März ist“, sagt Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek von der CSU. „Wenn ich signalisiere, dass bald alles vorbei ist, funktionieren die Maßnahmen auch nicht mehr, weil die Menschen nicht mehr bereit sind, die Regeln einzuhalten.“ Bedauerlich findet Holetschek auch, dass die Länder künftig nur noch aus einem kleinen Katalog an Maßnahmen wählen dürfen, etwa Maskenpflicht und Abstandsregeln. „Ich habe nicht verstanden, warum man den Ländern die Handlungsoptionen weggenommen hat. Und das in einer Zeit, in der die Dynamik unglaublich zunimmt“, sagte er der F.A.S.

          Justus Bender
          Redakteur in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Der Berliner Physiker Kai Nagel überschlägt, dass es im März immer noch kalt ist, es weiter viele Gefährdete geben wird und die Krankenhäuser auch mit anderen Atemwegskranken belegt sein werden. „Ich hätte gesagt: lieber Mitte April.“ Was den Winter anbelangt, warnt Nagel vor der Möglichkeit weiterer Mutationen. Die Delta-Variante kam 2021 „rasend schnell“, ihre Verbreitung sprang innerhalb eines Monats von acht auf 77 Prozent aller Infektionen. Die brandenburgische Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher von den Grünen findet es „zumindest sportlich, wenn man sagt, dass am 20. März Schicht im Schacht ist“. Es sei „unnötig, sich apodiktisch auf ein Datum festzulegen“, sagte sie der F.A.S. „Wir sind mitten in der vierten Welle.“

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