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Zerstrittene Partei : Petry fordert Doppelspitze für die AfD

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Will eine permanente Doppelspitze für die AfD: Vorstandssprecherin Frauke Petry Bild: dpa

Im Machtkampf innerhalb der AfD hat sich Vorstandssprecherin Frauke Petry für eine dauerhafte Doppelspitze für die Partei ausgesprochen. Nur so ließen sich der liberale und der konservative Flügel vereinen.

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          Der Fahrplan stand eigentlich bereits: Die Alternative für Deutschland (AfD) will sich auf ihrem kommenden Parteitag in Kassel eine neue Führungsstruktur geben. Zwei Vorsitzende sollen vorübergehend die heute drei Vorstandssprecher ablösen. Im Dezember sollen die Delegierten dann einen einzigen Parteivorsitzenden ernennen. Als Favorit für dieses Amt galt lange der AfD-Mitgründer Bernd Lucke, der dem konservativen Parteiflügel zuletzt mit einer neuen Initiative den Kampf ansagte.

          Nun hat sich Frauke Petry, eine der heutigen Kovorsitzenden der AfD, für eine permanente Doppelspitze ausgesprochen. Lucke solle nicht darauf beharren, dass er ganz alleine an der Spitze der Partei stehen wolle, sagte Petry am Montagabend in einem Interview mit der „Tagesschau“. „Am Ende geht es darum, den liberalen und den konservativen Flügel dauerhaft zu vereinen“, sagte sie. „Und deswegen sind wir mit einer dauerhaften Doppelspitze gut beraten.“

          Ihre Meinungsverschiedenheiten mit Lucke spielte Petry in dem Interview hinunter. „Wir hatten immer auch inhaltliche Differenzen. Inhaltliche Differenzen, die von Bernd Lucke selbst als Nuance bezeichnet werden.“ Deshalb treffe auch die Beschreibung der unterschiedlichen Parteiflügel nicht zu. „Bernd Lucke ist genau so konservativ wie ich, wenn wir überhaupt konservativ sind. Es geht darum: Können wir in Sachfragen zusammenarbeiten? Dazu bin ich bereit.“

          Mehrheit der Deutschen hält AfD für gescheitert

          Der schon länger schwelende Streit in der AfD hatte sich in den vergangenen Tagen zugespitzt. Ob er mit einer Spaltung der Partei endet, ist offen. Dass die AfD überhaupt noch eine Zukunft hat, glaubt nach einer Forsa-Umfrage für das Magazin „Stern“ nur eine Minderheit von 22 Prozent der Bundesbürger. Die Mehrheit von 68 Prozent gab in der Umfrage an, dass die AfD wie schon andere Parteien am rechten Rand wieder in der  Bedeutungslosigkeit versinken werde. Vor allem die Anhänger der SPD (81 Prozent) und der FDP (82 Prozent) prognostizieren demnach, dass sich die AfD auch wegen des internen  Machtkampfs selbst zerlegt.

          Die AfD setzt sich für die Beendigung der bisherigen Euro-Rettungspolitik und für eine strikte Begrenzung und Regelung der Einwanderung nach Deutschland ein. Beide Positionen stoßen bei den  Befragten durchaus auf eine gewisse Resonanz. Demnach halten es 31 Prozent für richtig, die bisherige Euro-Rettungspolitik zu beenden. Und 44 Prozent würden eine strikte Begrenzung der Zuwanderung begrüßen. Allerdings lehnt eine Mehrheit der Deutschen beide Positionen ab. Fast vorbehaltlos unterstützt werden sie nur von den Anhängern der AfD.

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