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Alternative für Deutschland : Rückschlag für Petry im Führungsstreit

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Streit um die Vorherrschaft in der Partei: Die AfD-Parteisprecher Bernd Lucke und Frauke Petry. Bild: dpa

Die AfD-Ko-Vorsitzende Frauke Petry wollte Mitglieder, die sich dem „Weckruf“ von Bernd Lucke angeschlossen haben, aus der Partei ausschließen. Damit ist sie nun gescheitert.

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          Im Führungsstreit der Alternative für Deutschland (AfD) hat die Ko-Vorsitzende Frauke Petry aus Sachsen eine Niederlage erlitten. Der AfD-Bundesvorstand kippte am Dienstag in einer Telefonkonferenz einen Beschluss ihres Landesvorstandes vom vergangenen Donnerstag. Dieser sah vor, dass sächsische AfD-Mitglieder, die sich dem Verein „Weckruf 2015“ von Parteigründer Bernd Lucke angeschlossen haben, aus der AfD ausgeschlossen werden. Der Bundesvorstand stellte nun fest: „Es gibt keine Bedenken gegen eine gleichzeitige Mitgliedschaft im ‘Weckruf 2015’ und in der AfD.“ Dem Vernehmen nach waren knapp 90 Mitglieder aus Sachsen dem von Lucke gegründeten Verein beigetreten.

          Im Bundesvorstand tobt ein Streit über die künftige Führungsstruktur der Partei und die inhaltliche Ausrichtung. Petry und ihr Rivale Lucke hatten am vergangenen Freitag beide erklärt, sie könnten sich eine weitere Zusammenarbeit nicht vorstellen. Der bayerische Landesvorsitzende André Wächter hatte sich zuletzt für eine komplette Erneuerung der Führungsspitze ausgesprochen, um die Spaltung in eine liberal-konservative und eine rechtsnationale Partei zu verhindern. Der Vorschlag wurde am Samstag in Würzburg auf einem Treffen mit einigen Landesvorsitzenden und AfD-Vertretern diskutiert - und mit großer Mehrheit angenommen.

          Der Vorsitzende der AfD in Brandenburg, Alexander Gauland, teilte diesem Vorschlag jedoch eine Absage. „Das ist heiße Luft, ohne jegliche Bedeutung“, sagte er am Dienstag. „Das sollte man nicht so ernst nehmen.“ Gauland ließ weiter offen, ob er selbst am 13. Juni auf dem Delegiertenparteitag in Kassel erneut für den Bundesvorstand antritt. Nach Wächters Vorschlag sollen weder Parteigründer Lucke noch Ko-Vorsitzende Petry für einen Führungsposten kandidieren. Lucke sieht den Vorschlag positiv, seine Kontrahentin Petry jedoch ablehnend. Aus Sicht von Lucke sollte neben Petry auch Gauland auf einen Führungsposten verzichten.

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