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Wie Sprache sich verändert : Mein liebes Fräulein

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Douglas Emhoff, „Second Gentleman“: „Ich bin nicht übermäßig politisch, aber ich bin übermäßig ihr Ehemann“ Bild: dpa

Vor 50 Jahren schafften die Behörden die Anrede „Fräulein“ ab. Dafür sind lauter schöne neue Wörter hinzugekommen. Der „Second Gentleman“ etwa – der seinen Job als Ehemann der amerikanischen Vizepräsidentin hinreißend ernst nimmt.

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          Im Jahr 1954 forderte Marie-Elisabeth Lüders im Bundestag, auf die offizielle Anrede „Fräulein“ zu verzichten. Sie erntete „Heiterkeit“, wie es im Protokoll heißt. Erst 1971, vor genau 50 Jahren, tilgten die Behörden das „Fräulein“ aus ihren Formularen. Mittlerweile klingt das Wort so hübsch nach schwingenden Röcken und vergangenen Zeiten, dass es ironisch Eisdielen, Apfelsorten und sogar Twitter-Feministinnen ziert. Heute lacht man über „Fräulein“, früher lachte man über jene, die es loswerden wollten.

          Nachdem die Trümmerfrauen die Bundesrepublik aufgebaut hatten, entzückte das Fräuleinwunder die ganze Welt. Die „Fräulein vom Amt“ waren stolz auf ihre finanzielle Selbständigkeit. Spätestens deren Töchter wollten aber mehr: gleiche Rechte. Und sie sahen nicht ein, was Fremde ihr Familienstand anging, während die Ehe der Männer Privatsache blieb. Jedes Bürschlein war ein „Herr“, Frauen aber mussten erst heiraten, um ernst genommen zu werden.

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