https://www.faz.net/-gpf-78fxm

Frauenquote : Wer wen vorführt

Quoten-Dialektik: Ein böser (oder dummer?) Mann von der SPD hat alles verdorben, in dem er Kontraproduktives sagte. Dabei hatte die CDU-Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer der Initiative der rot-grünen Opposition doch mit Bedacht zugestimmt.

          Im „Sinne der Sache war das kontraproduktiv“, klagt die Ministerpräsidentin des Saarlandes, Annegret Kramp-Karrenbauer, CDU. Sie meint damit nicht ihre Entscheidung, im Bundesrat mit der Opposition für die Frauenquoten-Initiative gestimmt zu haben, die ihre eigene Partei jetzt an den Rand eines Nervenzusammenbruchs brachte und einen Parteitagsbeschluss in Makulatur verwandelte. „Kontraproduktiv“ waren aus ihrer Sicht Äußerungen des SPD-Mannes Steinmeier, der die CDU-Frauen zum Aufstand aufstacheln wollte, was freilich im Sinne der von Frau Kramp-Karrenbauer so leidenschaftlich unterstützten Sache gewesen wäre, weil nur mit Abweichler(inne)n aus dem Regierungslager die für das Gesetz nötigen Stimmen zusammen kämen.

          Nun aber beschwört die Suffragette von der Saar die Schwestern im Bundestag, gegen die von ihr mitgetragene Initiative zu stimmen, weil die Opposition doch tatsächlich das Thema habe nutzen wollen, um „uns im Wahlkampf vorzuführen“. Angesichts solcher überraschender Einsichten in das Politische kann man nur noch bei Lenin Zuflucht suchen und fragen: Wer wen?

          Topmeldungen

          Vor UN-Klimagipfel : Jetzt muss endlich gehandelt werden

          Angela Merkel und ihre Regierung reisen mit einem Plan nach New York, mit dem sie nicht als Vorkämpfer fürs Klima zurückkehren werden. Nur guten Willen zeigen – das genügt nicht mehr. Die neuen Klimaberichte sind alarmierend.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.