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Franz-Peter Tebartz-van Elst : Wie ein Bischof sein Amt verlieren kann

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Der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst Bild: dpa

Die Rücktrittsforderungen an den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst werden immer lauter - aber wie ginge ein Amtsverzicht eigentlich vonstatten?

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          Nach dem Gesetzbuch der katholischen Kirche, dem Codex Iuris Canonici, kann ein Bischof dem Papst seinen Amtsverzicht selbst vorschlagen oder seine Stelle durch eine Amtsenthebung verlieren. Vorgeschrieben ist, dass Bischöfe mit ihrem 75. Geburtstag den Amtsverzicht anbieten (Canon 401, Paragraph 1). In Paragraph 2 heißt es: „Ein Diözesanbischof, der wegen seiner angegriffenen Gesundheit oder aus einem anderen schwerwiegenden Grund nicht mehr in der Lage ist, seine Amtsgeschäfte wahrzunehmen, wird nachdrücklich gebeten, den Amtsverzicht anzubieten.“

          Eine solche Vorgehensweise gilt als gesichtswahrender als eine Amtsenthebung. Hierfür gibt es im Kirchenrecht keine speziellen Vorschriften für Bischöfe, aber allgemein legt der Canon 193, Paragraph 1 fest: „Eines Amtes, das jemandem auf unbestimmte Zeit übertragen ist, kann dieser nur aus schwerwiegenden Gründen und unter Einhaltung der im Recht festgelegten Verfahrensweise enthoben werden.“

          Nur der Papst kann einen Bischof des Amtes entheben

          Inhaltlich hinzuziehen könnte man den Canon 1741, der die Amtsenthebung von Pfarrern regelt. Als Gründe für einen solchen Schritt werden dort zum Beispiel genannt: „Verhaltensweisen, die für die kirchliche Gemeinschaft schweren Schaden oder Verwirrung verursachen“, „Verlust des guten Rufes bei rechtschaffenen und angesehenen Pfarrangehörigen oder Abneigung gegen den Pfarrer, die voraussichtlich nicht so bald behoben werden“ kann, sowie „schlechte Vermögensverwaltung, verbunden mit einem schweren Schaden für die Kirche, sofern diesem Missstand nicht durch eine andere Maßnahme abgeholfen werden kann“.

          Nur der Papst kann einen Bischof seines Amtes entheben. Möglich ist prinzipiell auch die Versetzung, etwa in ein eher unbedeutendes Bistum, und im Zusammenhang mit kirchenrechtlichen Strafverfahren auch die Absetzung von Bischöfen.

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