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Franz-Peter Tebartz-van Elst : Vom Alpha bis zum Omega

Franz-Peter Tebartz-van Elst im Herbst 2013 bei einem Gottendienst in Königstein (Taunus) Bild: dpa

Sechs Jahre lang stand Franz-Peter Tebartz-van Elst an der Spitze des Bistums Limburg. Schien sich die Diözese zunächst an ihn gewöhnt zu haben, verstrickte sich der glücklose Kirchenmann schließlich immer tiefer in den Skandal um den Bau des neuen Bischofshauses. Ein Rückblick.

          4 Min.

          Der 20. Januar 2008 war ein kalter Wintertag in Limburg an der Lahn. Umso wärmer strahlte der malerisch über dem Fluss gelegene Dom, und strahlend waren auch die Mienen der in die mehrere hundert gehende Zahl der Gäste, die zur Amtseinführung des neuen Bischofs gekommen waren. Gerade 48 Jahre alt war Franz-Peter Tebartz-van Elst, und nicht nur das weckte die Erinnerung an das Jahr 1982, als der damals gerade 50 Jahre Franz Kamphaus den Stuhl des Bischofs von Limburg bestiegen hatte. Denn wie sein Vorgänger war Franz-Peter Tebartz-van Elst Priester des Bistums Münster, beide entstammten großbäuerlichen Familien, beide hatten akademische Sporen auf dem Feld der Pastoraltheologie erworben. Die Parallelen hatten auch das siebenköpfige Limburger Domkapitel erstaunen – und die Wahl aus der Liste dreier in Rom zusammengestellter Namen zu einer leichten Übung werden lassen.

          Daniel Deckers

          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

          Heute wollen einige wissen, all das sei Teil einer von langer Hand geplanten Strategie gewesen, um das Bistum Limburg auf den rechten Weg zurückzubringen. Auch Tebartz sprach zuletzt so, um sich zum Opfer eines kirchenpolitischen Hinterhalts zu stilisieren. Doch eine solche Strategie gab es nie. Gleichwohl setzte der neue Bischof bald andere Akzente als sein Vorgänger. Dass die schon immer feierliche Liturgie am Limburger Dom noch feierlicher wurde, fiel zunächst nicht weiter auf. Tebartz verordnete „Bereitschaft zu Bewegung“. Die „Pastoralen Räume“ Kamphausscher Prägung sollten „Pfarreien neuen Typs“ werden. Eile legte der neue Bischof dabei nicht an den Tag. Erleichterung allerorten, denn nach mehreren Strukturreformen zu Kamphaus’ Zeiten waren viele Gemeinden es müde, wie Figuren auf einem Spielfeld hin- und hergeschoben zu werden.

          Der Dom zu Limburg: Der Papst hat das Rücktrittsgesuch des Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst angenommen. Eine Bilderchronik. Bilderstrecke

          So hielt sich auch die Aufregung in Grenzen, als Tebartz-van Elst das unter dem Namen „Kanon 517,2“ bekannte Experiment mit sogenannten Pfarrbeauftragten beendete. Es war ja auch nur ein Versuch gewesen. Unruhiger wurde es dann aber langsam, als der Bischof Laien nicht als „Seelsorger“ bezeichnet wissen wollte. Als der katholische Pfarrer von Wetzlar in der Kirche die Eintragung einer homosexuellen Lebenspartnerschaft nach dem Standesamt auch liturgisch zelebrierte, verlor er seine Vertrauensstellung als Bezirksdekan.

          Mehr als anderthalb Jahre vergingen. Anscheinend gewöhnte sich das Bistum an den neuen Bischof und der neue Bischof anscheinend an das Bistum. Nur im Umkreis des Domes wollte keine Ruhe einkehren. Selbst auf wohlmeinende Ratschläge aus dem Domkapitel und der Bistumsleitung reagierte Tebartz-van-Elst zunehmend misstrauisch, wenn nicht abweisend. Zum Abschluss des jährlichen „Kreuzfestes“ am 20. September 2009 verkündete der Bischof im Limburger Dom, der einige Meter unter ihm knieende Generalvikar Günter Geis werde durch Bischofsvikar Franz Kaspar ersetzt.

          2,5 Millionen Rücklage sollten reichen

          Und dann war da noch die Sache mit der Wohnsituation des Bischofs. Viele Jahre war dem Kapitel ein Dorn im Auge gewesen, dass Kamphaus in einem Seitenflügel des Priesterseminars Wohnung genommen hatte. Den Vorgänger von Tebartz-van Elst störte das nicht. Gegen den Beschluss des Kapitels, ein Bischofshaus zu bauen, legte er sogar ein Veto ein. Nach dem Amtsverzicht im Februar 2008 kam das Kapitel umgehend auf seinen Beschluss zurück. Aus dem Kirchensteueraufkommen wurde eine Rücklage in Höhe von 2,5 Millionen Euro gebildet. Damit wollte man auskommen.

          Doch der neue Bischof dachte gar nicht daran – auch nicht an die neue Kostengrenze von 5,5 Millionen, die aus Rücksicht auf allerlei historisch bedeutsame Bausubstanz erhöht wurde. Dabei hatte der neue, immerhin schon 71 Jahre alte Generalvikar Kaspar in einer seiner ersten Amtshandlungen die Anteile des sogenannten Bischöflichen Stuhls an der Gemeinnützigen Siedlungswerk GmbH Frankfurt/Main zum Buchwert von 6,5 Millionen Euro an das Bistum verkauft. Liquidität musste her, um die ersten Abschlagszahlungen für einen architektonisch wie technisch anspruchsvollen Bau zu begleichen.

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