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Konflikt um U-Boot-Deal : Französischer Außenminister wirft USA und Australien „Lügen“ vor

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Auf diesem von der U.S. Navy zur Verfügung gestellten Foto ist das französische U-Boot FNS Amethyste (S605) beim Durchqueren des Thames Rivers in Groton zu sehen. Bild: dpa

Der französische Außenminister Jean-Yves Le Drian sieht die Zukunft der Nato belastet. Die USA und Australien bemühen sich um Schadensbegrenzung. Sie betonen den Wert der bilateralen Beziehungen.

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          Der Streit um den geplatzten U-Boot-Deal zwischen Frankreich und Australien belastet nach den Worten des französischen Außenministers Jean-Yves Le Drian die Zukunft der Nato. Der Vorfall habe Auswirkungen auf die Festlegung des neuen strategischen Konzepts der Verteidigungsallianz, sagte Le Drian am Samstag dem Sender France 2. Den Verbündeten Frankreichs warf er „Lüge“ und „Doppelzüngigkeit“ sowie einen schweren Vertrauensbruch und „Missachtung“ vor, die eine „ernste Krise“ ausgelöst hätten.

          Am Freitagabend hatte Frankreich in einem außergewöhnlichen diplomatischen Schritt zwischen Verbündeten seine Botschafter aus Washington und Canberra zu Konsultationen zurückgerufen. Die USA, Großbritannien und Australien hatten zuvor die Gründung eines neuen Sicherheitsbündnisses für den Indopazifik verkündet, woraufhin Australien ein milliardenschweres U-Boot-Geschäft mit Frankreich platzen ließ. Stattdessen will Australien US-Atom-U-Boote anschaffen.

          Die Vereinigten Staaten und Australien bemühen sich um die Beschwichtigung der über ein geplatztes Milliarden-Rüstungsgeschäft verärgerten französischen Regierung. „Frankreich ist ein wichtiger Partner und unser ältester Verbündeter und wir legen größten Wert auf unsere Beziehungen“, betonte das amerikanische Außenministerium nachdem Frankreich seine Botschafter in den USA und Australien zu Konsultationen zurückgerufen hatte. Man hoffe, die Diskussion über das Thema in den kommenden Tagen fortsetzen zu können.

          Der französische Botschafter in Australien, Jean-Pierre Thebault, zeigte sich am Samstag vor seiner Abreise schwer verstimmt: „Ich glaube, hier ist ein großer Fehler gemacht worden, ein sehr, sehr schlechter Umgang mit einer Partnerschaft“, sagte er vor Journalisten. „Es ging nicht um einen Vertrag, es ging um eine Partnerschaft, die auf Vertrauen, gegenseitiges Verständnis und Offenheit fußen sollte.“

          Ein Sprecher des australischen Außenministeriums bedauerte ebenfalls den Abzug des Botschafters: „Australien schätzt seine Beziehungen zu Frankreich. Wir freuen uns darauf, mit Frankreich wieder über unsere vielen gemeinsamen Themen und Interessen zu sprechen, die auf der Grundlage gemeinsamer Werte basieren.“

          Unterdessen zeigte sich Malaysia besorgt über den Rüstungsvertrag, nach dem Australien statt konventioneller U-Boote von Frankreich nun acht atomar angetriebene U-Boote bauen wird. „Das wird andere Mächte dazu provozieren, aggressiver in der Region vorzugehen, insbesondere im Südchinesischen Meer“, teilte das Ministerpräsidenten-Büro mit in Bezug auf China mit. China versucht seinen Einfluss in der Region auch mit der Schaffung von Militärstützpunkten auszuweiten. Die USA versuchen ihrerseits den Einfluss Chinas zu bremsen und die eigene Position zu stärken.

          Am Donnerstag hatten Australien, Großbritannien und die USA einen Indopazifik-Sicherheitspakt bekanntgegeben. Er sieht unter anderem vor, dass Australien mit Technologie der beiden Partner nuklear betriebene U-Boote baut. Damit wurde die 2016 mit der französischen Reederei Naval Group vereinbarte Lieferung von konventionellen U-Booten im Volumen von 40 Milliarden Dollar hinfällig.

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