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Polizeikontrolle nach Krawall : „Walla, bin ich hier bei ‚Wetten dass‘ oder was?“

Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) sucht das Gespräch mit den Aktivisten aus dem BlackLivesMatter-Umfeld. Es wird ungemütlich. Bild: Maximilian von Lachner

In der Nacht zum Sonntag zieht in Frankfurt ein Protestzug gegen Racial Profiling auf. Oberbürgermeister Peter Feldmann geht auf die Demonstranten zu. Am Ende muss er von der Polizei vom Opernplatz eskortiert werden.

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          Dreizehn Polizisten stehen vor vier jungen Männern am Rand eines Weges, der zum Frankfurter Opernplatz führt. Etwas abseits muss sich einer aus der Gruppe an einen Baum stellen, ein Beamter tastet seine schmalen Hosenbeine ab. Ein anderer aus der Gruppe regt sich auf. „Walla, bin ich hier bei ‚Wetten dass‘ oder was? Walla, von mir werden keine Bilder gemacht.“ Offenbar soll er fotografiert werden. Seine Freunde versuchen, ihn zu beruhigen. Einer fasst seine Handgelenke. „Das ist Kontrolle, nicht schlimm.“

          Mit Maßnahmen wie dieser übernahm die Stadt Frankfurt am Wochenende wieder die Regie über das Geschehen auf dem Opernplatz. Es gab Kontrollen und zwischen ein und fünf Uhr wurde der Platz gesperrt. Die Szenen vom Samstag zuvor sollten sich nicht wiederholen. Da war Chaos ausgebrochen, als die Polizei einem Verletzten helfen wollte. Gegen halb drei nachts hatten etliche Personen aus einer Gruppe von 800 Menschen unter Gejohle und Beifall Flaschen auf Polizisten geworfen. Gegen 39 Personen wird ermittelt wegen Landfriedensbruch und Körperverletzung. Viele sind polizeibekannt, haben Migrationshintergrund und kommen aus dem Umland der Stadt. Um weitere Täter auf Videoaufnahmen identifizieren zu können, machte die Polizei am Freitag und Samstag Bilder während der Kontrollen, wie ein Sprecher sagt.

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