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Präventive Überprüfung : Flughafen Frankfurt eröffnet Corona-Testzentrum

  • -Aktualisiert am

Am Frankfurter Flughafen können Reisende sich in einem Testzentrum auf Sars-CoV-2 testen lassen. Bild: dpa

Wer möchte, kann sich nun auf Sars-CoV-2 testen lassen. Damit soll eine Quarantäne überflüssig werden. Die beteiligten Unternehmen sprechen von einer „Blaupause für die Öffnung des Reiseverkehrs“.

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          Am Frankfurter Flughafen ist ein Zentrum für Corona-Tests eröffnet worden. Von diesem Montag ab können sich dort Reisende präventiv auf das Virus testen lassen. Damit soll eine Quarantäne nach der Ankunft im Zielland oder bei einer Rückkehr aus Risikostaaten nach Deutschland vermieden werden. Das Zentrum wird von der Deutschen Lufthansa, dem Betreiber des Frankfurter Flughafens, Fraport, sowie dem Rostocker Biotechunternehmen Centogene  betrieben. Es ist nach Darstellung der Unternehmen die erste derartige Einrichtung in Deutschland und soll als „Blaupause für die Öffnung des Reiseverkehrs“ dienen. Von Montag ab sind am Frankfurter Flughafen 5000 Tests am Tag möglich, nach Angaben des Biotechunternehmens kann die Anzahl jedoch leicht erhöht werden. 

          Julian Staib

          Politischer Korrespondent für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland mit Sitz in Wiesbaden.

          Passagiere, die am Frankfurter Flughafen ankommen oder abreisen, können künftig vor Ort oder bereits zuvor postalisch freiwillig einen Rachenabstrich abgeben. Bei einem Test am Flughafen erhalten sie das Ergebnis nach zwei bis acht Stunden. Angeboten wird ein Standardtest sowie ein Schnellverfahren, die Kosten liegen bei 59 beziehungsweise 139 Euro. Die Tests werden in einem mobilen Labor („Test-Truck“) auf dem Flughafengelände ausgewertet. Geplant ist auch die Möglichkeit für Transitreisende, sich testen zu lassen.

          Der Leiter der Terminalbetriebs am Frankfurter Flughafen, Alexander Laukenmann, nannte das Testzentrum einen „Meilenstein“. Damit könne eine Quarantäne bei Flügen ins Ausland oder bei einer Rückkehr nach Deutschland vermieden werden, sagte ein Lufthansa-Vertreter. Derzeit ist es Vorschrift etwa für Reisende nach China sich in eine zweiwöchige Quarantäne zu begeben. Ob ein negatives Testergebnis aus Deutschland von den dortigen Behörden allerdings anerkannt wird, ist bisher unklar. Einige Staaten akzeptieren nach Angaben der an dem Testzentrum beteiligten Unternehmen negative Tests als Nachweis. Für Rückkehrer aus Risikostaaten nach Deutschland wiederum (die Liste umfasst derzeit die meisten außereuropäischen Staaten sowie Schweden) ist eine zweiwöchige Quarantäne in Deutschland vorgeschrieben. Auch an diese richtet sich die Testmöglichkeit.

          Es gelte nun schnell und in großem Umfang zu testen, sagte Arndt Rolfs, Gründer und Leiter des Unternehmens Centogene. Damit solle die Rückkehr zu einer Art Normalität in Zeiten der Pandemie ermöglicht werden. Er begrüßte, dass die Bayerische Landesregierung angekündigt hat, die Kosten auch von anlasslosen Tests zu übernehmen. Die Bundesrepublik habe die Kapazität und die technischen Voraussetzungen, um der Bevölkerung mit Hilfe von massenweisen Tests ein möglichst normales soziales Miteinander zu ermöglichen, sagte Arndt. Zudem sei so eine Wiederbelebung der Wirtschaft möglich. Bis ein Impfstoff vorhanden sei, dauere es schließlich noch zwischen 18 und 24 Monate. Sars-CoV-2-Tests seien technologisch „kein Hexenwerk“, es gebe „keine Limitation“, was die Ressourcen angehe, sagte Rolfs.

          Die Luftfahrtindustrie verbindet mit massenweisen Corona-Tests die Hoffnung auf eine Rückkehr zur Wirtschaftlichkeit. Derzeit liegt die Branche am Boden, das Passagieraufkommen beträgt nur ein Bruchteil des Niveaus von vor der Pandemie. Am Frankfurter Flughafen fliegen derzeit etwa 20.000 Passagiere täglich, das sind rund zehn Prozent des Vor-Corona-Aufkommens. Viele Luftfahrtunternehmen planen Entlassungen; derzeit sind die allermeisten Mitarbeiter der Branche in Kurzarbeit. Die Lufthansa-Aktionäre stimmten kürzlich zur Rettung des Unternehmens einem Wiedereinstieg des Bundes in Höhe von neun Milliarden Euro zu.

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