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Frankfurter Diskurspolizei : Digitaler Gesinnungsterror

  • -Aktualisiert am

Hetze am Schwarzen Brett verebbt. Im Internet tut sie das nicht. Bild: dpa

Wer nicht einmal an der Universität Meinungen akzeptiert, die den eigenen zuwiderlaufen, der muss sich fragen lassen, ob er für die Wissenschaft taugt.

          Ohne das Internet und seine anonymen Plattformen, die allen Feiglingen offenstehen, hätten Hetzkampagnen wie die jüngste an der Frankfurter Universität kaum Wirkungen. Doch so lässt sich im Handumdrehen eine überregionale Öffentlichkeit für eine Rufmordkampagne gegen die Direktorin des Frankfurter Forschungszentrums „Globaler Islam“ schaffen – die doch nur das getan hat, was ihre Aufgabe ist: Sie hat eine Konferenz organisiert, auf der ein sachlicher und wissenschaftsgeleiteter Diskurs über das Kopftuch stattfinden soll.

          Selbsternannte Vertreter der Universität werfen ihr antimuslimischen Rassismus vor. Es ist erschreckend, dass ausgerechnet den mutigen Professoren mit einer klaren, argumentativ begründeten Haltung der persönliche Kampf angesagt und sogar ihr Ausschluss gefordert wird.

          Wer nicht einmal an der Universität Meinungen akzeptiert, die den eigenen zuwiderlaufen, der muss sich fragen lassen, ob er für die Wissenschaft taugt. Es wird immer schwerer werden, die Meinungsfreiheit und den wissenschaftlichen Diskurs gegen den Gesinnungsterror von Minderheiten zu verteidigen.

          Heike Schmoll

          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

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