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Klimaneutrales Frankfurt : Paradies für Fahrradfahrer, Hölle für die anderen?

Stehen künftig im Mittelpunkt: Fahrradfahrern soll es in Frankfurt leichter gemacht werden. Bild: Lucas Bäuml

Die neue Koalition in Frankfurt will die Stadt klimaneutral machen. Das wird teuer – und für Autofahrer brechen schwere Zeiten an.

  • -Aktualisiert am
          7 Min.

          Die großen Freizeitgärten mitten im dicht besiedelten Frankfurter Norden sind exklusive Idyllen. „Nur für Pächterinnen und Pächter“ steht an einem Tor. Dahinter blühen Rosen, Kinderstimmen sind zu hören, Grillgeruch liegt in der Luft. Über Jahre beteiligten sich die Gärtner an Protesten. Die Stadt plante ein neues Quartier, die sogenannten Günthersburghöfe, mit 1500 neuen Wohnungen, viele davon gefördert, zudem neue Schulen, eine Erweiterung des Parks. Viele der Gärten sollten weichen. Von dem Protest dagegen zeugen noch die Plakate an den Zäunen. Doch sie sind längst überholt. Das Projekt ist gekippt.

          Julian Staib
          Politischer Korrespondent für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland mit Sitz in Wiesbaden.

          Ausgerechnet die Frankfurter Grünen, deren einstiger Planungsdezernent das Projekt angestoßen hatte, wandten sich gegen das Bauvorhaben. Der Klimawandel ändere alles, hieß es als Begründung. Bei der Kommunalwahl Mitte März wurden die Grünen stärkste Kraft, zusammen mit SPD, FDP und der Kleinstpartei Volt schmiedeten sie eine Koalition, die im September ihre Arbeit aufnehmen soll. Im Koalitionsvertrag heißt es nun: Für die Günthersburghöfe solle ein neuer Entwurf erarbeitet und nur noch auf den ohnehin versiegelten Flächen gebaut werden. Die aber sind klein. Maximal 400 Wohnungen könnten entstehen. Wohnungen sind in Frankfurt weiterhin Mangelware, doch eines der wenigen großen Wohnungsbauprojekte in der Stadt ist damit vom Tisch.

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