https://www.faz.net/-gpf-7iw4q

Frankfurt : CDU-Geschäftsführer unter Kinderporno-Verdacht

  • Aktualisiert am

Wegen des Verdachts, Kinderpornografie zu besitzen, wird gegen den Frankfurter CDU-Geschäftsführer ermittelt. Das Parteibüro und die Wohnung des Verdächtigen wurden durchsucht, bestätigt die Staatsanwaltschaft.

          1 Min.

          Die Frankfurter Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Geschäftsführer des CDU-Kreisverbandes Frankfurt, Christian Wernet, wegen des Besitzes von Kinderpornografie. Eine Sprecherin der Behörde sagte, die Polizei habe am Montagmorgen die Wohnung Wernets sowie die Geschäftsstelle der Partei durchsucht und dabei Computer und Datenträger sichergestellt. Dem Vernehmen nach handelt es sich um Daten-CDs, die sich in einer verschlossenen Schublade in Wernets Büro befunden haben sollen.

          Die Behörden waren von dem CDU-Kreisvorsitzenden Uwe Becker alarmiert worden, nachdem Mitarbeiter der CDU-Geschäftsstelle ihn über einen entsprechenden Verdacht informiert hatten. Den Mitarbeitern seien „komische Sachen“ auf dem Computerbildschirm von Wernet aufgefallen, hieß es in Parteikreisen. Die Staatsanwaltschaft hatte daraufhin Durchsuchungsbeschlüsse erwirkt, die am Montag vollstreckt wurden. Für den Erlass eines Haftbefehls bestehe derzeit kein Anlass, sagte Oberstaatsanwältin Doris Möller-Scheu.

          Kreisvorstand suspendiert Wernet

          Das Delikt, der Besitz kinderpornografischer Schriften und Bilder, kann mit einer Haftstrafe von bis zu zwei Jahren geahndet werden. Der CDU-Kreisvorstand suspendierte Wernet in einer Sondersitzung am späten Montagabend. Er sei „bis auf weiteres beurlaubt“, sagte Becker.

          Der Verdacht gegen Wernet soll schon länger bestanden haben. Wernet habe sich aber in den vergangenen zwei Wochen im Urlaub befunden.

          „Pädophiles Verhalten hat keinen Platz in der CDU“

          Die Frankfurter Bundestagsabgeordnete Erika Steinbach (CDU) lobte Becker unterdessen für dessen „Durchgreifen“. Es sei richtig, den Mitarbeiter von seinen Funktionen zu entbinden. „Pädophiles Verhalten hat keinen Platz in der CDU, zumal sich die CDU stets konsequent gegen Versuche gewandt hat, Pädophilie gesellschaftsfähig zu machen“, sagte Steinbach.

          Weitere Themen

          Der Befreiungsschlag der FPÖ

          Affären um Strache : Der Befreiungsschlag der FPÖ

          Mit dem Ausschluss ihres früheren Vormanns Heinz-Christian Strache will die FPÖ auch alle Skandale und Affären hinter sich lassen. Ob das gelingt?

          Ende mit Minimalbeschlüssen Video-Seite öffnen

          Klimagipfel in Madrid : Ende mit Minimalbeschlüssen

          Die UN-Klimakonferenz in Madrid ist nur mit Minimalbeschlüssen zuende gegangen. Die Delegierten aus fast 200 Ländern verständigten sich lediglich darauf, dass es eine Notwendigkeit gebe, die nationalen Klimaschutzziele anzuheben.

          Sardinen wollen es mit Salvini aufnehmen

          Bewegung in Italien : Sardinen wollen es mit Salvini aufnehmen

          Eine Großkundgebung in Rom ist der vorläufige Höhepunkt der Sardinen-Bewegung. Die italienischen Linken wollen den öffentlichen Raum und politischen Diskurs zurück. Lega-Chef Salvini hat die Herausforderung angenommen.

          Topmeldungen

          Die Ziele der EZB sind umstritten.

          Debatte um Inflationsziel : Was die EZB wirklich antreibt

          Ist die Inflationsbekämpfung das einzig wahre Ziel der EZB oder gibt es noch andere implizite Absichten, die in Entscheidungen einfließen? Eine neue Studie stellt ein interessantes Experiment an.
          Die Eröffnung der Vogelfluglinie: Der dänische König Frederik IX. (links) und Bundespräsident Heinrich Lübke gehen im Mai 1963 im dänischen Hafen Rodbyhavn an Bord der Fähre.

          Von Hamburg nach Kopenhagen : Abschied von der Vogelfluglinie

          Die Zugfahrt von Hamburg nach Kopenhagen führte jahrzehntelang mit der Fähre über die Ostsee. Das war mal ein Verkehrsprojekt der Superlative. Nun ist die Verbindung über das Schiff Geschichte. Eine letzte Fahrt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.