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Frankenberger fragt : Werden wir nicht mehr am Hindukusch verteidigt, Herr Röttgen?

Dieses Bild ging um die Welt – als Sinnbild einer schmachvollen amerikanischen Niederlage: Ein Hubschrauber ist am 30. April 1975 in Saigon/Vietnam auf einem Hausdach gelandet, um amerikanische Botschaftsangehörige in Sicherheit zu bringen. Bild: dpa

Allen Abzugsbeschlüssen zum Trotz: Deutschland und seine Partner müssen sich auch in Zukunft weiter um Afghanistan kümmern, sagt Norbert Röttgen, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Bundestags. Wir fragen nach.

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          Ende September 2001 waren die ersten CIA-Agenten in Afghanistan unterwegs. Die militärische Offensive der (regulären) amerikanischen Streitkräfte gegen Al Qaida und die herrschenden Taliban, den „Gastgebern“ der islamistischen Terrorgruppe, begann am 7. Oktober, knapp vier Wochen nach dem „Angriff auf Amerika“. Die Nato erklärte den Bündnisfall – ein historisches Novum. Die ersten Soldaten der Bundeswehr patrouillierten in Kabul im Januar 2002: Die rot-grüne Bundesregierung hatte den Vereinigten Staaten die „uneingeschränkte Solidarität“ Deutschlands erklärt. 

          Klaus-Dieter Frankenberger
          Redakteur in der Politik.

          Seit damals sind Hunderttausende Soldaten aus Nato- und aus Partner-Ländern in Afghanistan im Einsatz gewesen; Tausende fielen, noch mehr wurden verwundet. Die Hauptlast trugen, bis zuletzt, die Vereinigten Staaten. Nun, nach bald zwanzig Jahren, wird dieser Einsatz, der zuletzt in erster Linie der Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte diente, beendet. Der Abzug hat begonnen; in ein paar Monaten soll er abgeschlossen sein, spätestens am 11. September. Die Entscheidung, abzuziehen, hat zunächst die amerikanische Regierung getroffen, die Nato hat sich dem angeschlossen. Amerika ist kriegsmüde und erschöpft, es zieht sich zurück. Beobachter fürchten, die Taliban könnten wieder an die Macht zurückkehren und Afghanistan könne abermals zum Operations- und Rückzugsraum für transnationalen Terrorismus werden.

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