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Prozess gegen Franco A. : Der angebliche Flüchtling

Der Angeklagte Franco A. äußert sich vor dem Prozess in Frankfurt gegenüber Journalisten. Bild: Laila Sieber

Seit Mai 2021 steht Franco A. – Oberleutnant der Bundeswehr, 33 Jahre alt, Vater von drei Kindern – vor Gericht. Er soll eine schwere staatsgefährdende Gewalttat geplant haben, bald wird das Urteil fallen. Die Verhandlung hat Düsteres offenbart.

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          Am 11. Februar 2022 wird Franco A. zum zweiten Mal festgenommen. An der S-Bahn-Station „Ledermuseum“ in Offenbach, wo der Oberleutnant wohnt, sprechen ihn Polizisten an und wollen ihn kontrollieren. Franco A. gefällt das nicht. Er will wissen, was sie von ihm wollen, weigert sich, ihren Anweisungen zu folgen. Die Situation eskaliert. Videos von Passanten zeigen, wie A. die Fassung verliert, während weitere Polizisten zur Verstärkung kommen. Der Oberleutnant schreit, seine Stimme wird panisch. „Ich werde mich nicht der Gewalt beugen“, ruft er, während die Polizisten schreien, er solle sich auf den Boden legen. „Ich habe nichts verbrochen“, „Ich füge mich nicht“, „Ich bin ein freier Bürger dieses Landes und ein freier Bürger dieser Welt“, und dann, als die Polizisten ihn überwältigt haben: „Ich ersticke, hören Sie auf.“

          Anna-Sophia Lang
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Passanten, die das Geschehen filmen, beschimpfen die Polizisten als „Scheiß-Faschos“. Was sie nicht wissen: Hier wird gerade ein Offizier der Bundeswehr festgenommen, der aus völkisch-nationalistischen, antisemitischen und rassistischen Motiven Anschläge geplant haben soll, getarnt als syrischer Flüchtling, auf den sich die Wut der Bevölkerung richten sollte.

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