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Forscher über neue Studie : „Digitaler Hass ist nicht gleich Rechtsextremismus“

Wirken die Maßnahmen gegen Hass im Netz? (Symbolbild) Bild: Imago

Elisa Hoven und Thomas Hestermann haben digitalen Hass erforscht. Ihre Studie legt nahe, dass Maßnahmen gegen Hass im Netz Wirkung zeigen – und widerlegt einige Annahmen. Hat gar die Pandemie zu einer Versachlichung geführt?

          5 Min.

          Frau Hoven, Herr Hestermann, Sie haben digitalen Hass auf moderierten Facebook-Seiten deutscher Massenmedien untersucht. Zu welchen Ergebnissen sind Sie gekommen?

          Marlene Grunert
          Redakteurin in der Politik.

          Hestermann: Ein grundlegender Irrtum ist es, digitalen Hass mit Rechtsextremismus gleichzusetzen. Auch die Politik formuliert beide Phänomene oft in einem Atemzug.

          Hoven: Das zeigt sich auch in den Gesetzesüberschriften: „Gesetz zur Bekämpfung von Hasskriminalität und Rechtsextremismus“.

          Hestermann: Wir beobachten zwar digitalen Hass von rechts, der sich gegen Geflüchtete und Einwanderer richtet, inzwischen ist die Fieberkurve aber etwas abgeklungen. 2018 war dieses Thema auf den Seiten, die wir untersucht haben, noch das meistkommentierte. 27,9 Prozent aller Kommentare bezogen sich darauf. 2020 hatte das Thema mit etwa fünf Prozent deutlich weniger Aufmerksamkeit. Wir beobachten auch starken Hass gegen rechts. Wenn Parteien explizit angegriffen werden, steht die AfD auf Platz eins, gefolgt von den Grünen.

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