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Bundespräsidentenwahl : Bouffier als Nachfolger Gaucks?

  • -Aktualisiert am

Volker Bouffier schweigt. Bild: Wolfgang Eilmes

Gauck verzichtet auf eine zweite Amtszeit. Über seine Nachfolge wird bereits spekuliert. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier war schon vor vier Jahren im Gespräch. Läuft er sich jetzt wieder warm? Eine Analyse.

          Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat den Verzicht von Bundespräsident Joachim Gauck auf eine zweite Amtszeit  mit Enttäuschung und Respekt zur Kenntnis genommen. Gaucks Entschluss sei „bedauerlich, aber zu achten und zu akzeptieren“, hieß es in einer kurzen Stellungnahme aus der Staatskanzlei in Wiesbaden. Tatsächlich war Bouffier im November einer der ersten aus seiner Partei, die sich unmissverständlich für ein Verbleiben des inzwischen 76 Jahre alten Gauck im Amt ausgesprochen hatten.

          Ralf Euler

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, verantwortlich für den Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Dabei hatten damals einige schon Bouffier selbst als potentiellen Nachfolger Gaucks gesehen. Wenige Wochen zuvor, im Oktober, hatte das ARD-Hauptstadtstudio jedenfalls einen „Parteifreund aus Berliner Regierungskreisen“ mit den Worten zitiert: „Keine Frage: Volker Bouffier läuft sich warm.“ Ein Mitglied der CDU-Führung in Hessen soll demnach gesagt haben: „Ich bin mir sicher, er möchte Bundespräsident werden, und es könnte sogar auf ihn hinauslaufen.“

          „Das ist Quatsch“, hatte der hessische Regierungssprecher Michael Bußer (CDU) die ARD-Berichterstattung kommentiert. Von Bouffier selbst ist keine solche Festlegung bekannt. Natürlich nicht, denn jeder Politiker muss sich geschmeichelt fühlen, wenn sein Name mit dem höchsten Amt im Staat in Verbindung gebracht wird. Auch der hessische Ministerpräsident ist von Eitelkeit nicht ganz frei, und weil er zudem ein kluger Mann ist, verweist er in Hintergrundgesprächen gern darauf, dass sich niemand, dem das Gesamtwohl des Staates am Herzen liege, leichtfertig einem Ruf ins Präsidentenamt verweigern sollte.

          Reden kann er, immer viel und oft gut

          Der hessische Landeschef liebt die große Bühne, gibt sich gern - nicht nur als Chef einer schwarz-grünen Koalition - als Moderator, und reden kann er auch, immer viel und oft gut. In der Flüchtlingsfrage stärkt er der angeschlagenen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den Rücken, was die zu schätzen weiß. Als Präsident des Bundesrats war Bouffier bis zum vergangenen Oktober für zwölf Monate offizieller Stellvertreter von Gauck und konnte die Feierlichkeiten zum 25. Jahrestag der deutschen Einheit als Bühne nutzen. Er bekannte, es sei ihm „Freude und Ehre“ gewesen, die deutschen Länder im In- und Ausland vertreten zu können.

          Der ein oder andere Politstratege in der Union mag Bouffier zudem als idealtypischen Repräsentanten von Schwarz-Grün erleben, weil er in Hessen das erste Bündnis dieser Art auf Länderebene geschlossen hat und sie weitgehend reibungslos führt. Ein Mann mithin, der den Grünen in der Bundesversammlung grundsätzlich vermittelbar sein sollte und von dessen Wahl ein Signal für eine schwarz-grüne Koalition im Bund ausgehen könnte.

          Andererseits hält sich die Begeisterung bei den Bundes-Grünen in Grenzen. Für viele von ihnen ist Bouffier weiter in erster Linie Vertreter der konservativen Hessen-CDU, jedenfalls noch lange kein Liberaler. Sein Name ist in diesen Tagen in Berlin denn auch kaum genannt worden.

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