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Jasper von Altenbockum (kum.)

Hilfsbereitschaft : Mit der Schippe in der Hand

Freiwillige warten in Ahrweiler in Rheinland-Pfalz auf ihren Einsatz. Bild: dpa

In der Katastrophe zeigt sich die deutsche Gesellschaft leistungsfähiger, stabiler und bewundernswerter, als ihr mitunter attestiert wird. Es wäre gut, wenn das auch in der Corona-Krise so wäre.

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          Zwei Naturkatastrophen sind über Deutschland hereingebrochen, die erste quälend lang und anhaltend, die zweite kurz und verheerend, aber beide mit Auswirkungen weit über den Tag hinaus. Beide verbindet noch etwas anderes. Durch die Katastrophe der Pandemie wie auch die Flutkatastrophe in den Städten und Dörfern von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen lernt sich die deutsche Gesellschaft neu kennen, und anders vielleicht, als man dachte.

          Die Hilfsbereitschaft in den Überschwemmungsgebieten ist riesig. Es sind über Nacht ganze „Helfer-Städte“ entstanden und in kurzer Zeit eine Infrastruktur der Nothilfe. Die Unterstützung durch Freiwillige ist so groß, dass sie im wörtlichen Sinne überwältigend ist und aufgehalten werden muss. Die Zufahrtsstraßen zu manchen Orten der Flutgebiete waren am Wochenende verstopft – nicht, weil sich Gaffer auf den Weg gemacht hätten, sondern Leute, die anpacken wollen. Die ersten Hilfslieferungen mussten schon gebremst werden, weil die Lager am Nürburgring innerhalb weniger Tage überfüllt waren. In den betroffenen Orten selbst mag die Lage an vielen Stellen noch so verzweifelt sein, es gibt Hoffnung angesichts von Nachbarschaftshilfe, angesichts der vielen Freiwilligen und angesichts der auf Nothilfe eingestellten kommunalen Strukturen.

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