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Nach der Flutkatastrophe : „Die sind mit den Nerven am Ende“

In einer Helferwerkstatt in Bad Neuenahr-Ahrweiler.reparieren Ehrenamtliche am 11. Oktober 2021 Fahrzeuge und Geräte von Betroffenen der Flut. Bild: Lucas Bäuml

Auch drei Monate nach der Flutkatastrophe sind viele Fragen ungeklärt: Oft wissen Anwohner noch nicht, ob ihr Haus wieder errichtet werden darf. Trotz großer Versprechen fühlen sie sich allein gelassen. Verlassen sie bald das Ahrtal?

  • -Aktualisiert am
          6 Min.

          Als ein Anwohner ruft, es nutze doch nichts, wenn man das Tal so wie es war wieder aufbaue, gibt es bei der Einwohnerversammlung in Altenahr das erste Mal Applaus. „Es hat jetzt drei Monate gedauert, und wir sind keinen Schritt weiter“, ruft der Mann. „Ich kann jetzt nicht mein Haus aufbauen und das in drei Jahren nochmal machen“, sagt ein anderer. Seit rund anderthalb Wochen informieren die Behörden die Bürger des Ahrtals allabendlich über den Wiederaufbau.

          Vom oberen Teil der Ahr arbeiteten sie sich dafür langsam hinunter bis zum Rhein. Bei den Versammlungen wird anfangs kurz der Toten gedacht, dann geht es um Anträge, Bauvorgaben und Überschwemmungsgebiete. Vor allem aber geht es um die Frage, wie ein sicheres Leben im Ahrtal möglich sein kann. Für die Behördenvertreter von Land, Landkreis und Gemeinde sind es keine einfachen Abende. Offenkundig wird, dass sich das Land Rheinland-Pfalz schwer tut, diese Krise enormen Ausmaßes, die Antworten auf so vielen Ebenen erfordert, zu managen. „Die sind total überfordert“, sagt dazu eine Frau auf der Einwohnerversammlung in der vollbesetzten Kirche von Altenahr am Montagabend.

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