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Staatsanwaltschaft prüft : Anfangsverdacht wegen fahrlässiger Tötung im Ahrtal

  • Aktualisiert am

In Bad Neuenahr-Ahrweiler. Bild: dpa

Nach der Katastrophe im Ahrtal stand früh die Frage im Raum, wer wann hätte gewarnt werden müssen. Nun prüft die Staatsanwaltschaft den Anfangsverdacht der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung.

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          Die Staatsanwaltschaft Koblenz prüft die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens nach der Unwetterkatastrophe im Ahrtal wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung infolge möglicherweise unterlassener oder verspäteter Warnungen oder Evakuierungen. Das teilte die Behörde am Montag mit. In die Prüfung würden neben Presseberichten auch Feststellungen aus Todesermittlungsverfahren und weitere polizeiliche Hinweise einbezogen.

          Wie die F.A.Z. berichtete, war der Krisenstab des von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Landkreises Ahrweiler präzise vor dem enormen Hochwasser gewarnt worden, das in der Nacht auf den 15. Juli das Ahrtal verwüstete. 

          Auf Nachfrage teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass derzeit lediglich geprüft werde, ob es einen Anfangsverdacht gebe. „Wir haben einen solchen bisher nicht bejaht, so dass sich unsere Prüfung auch nicht gegen bestimmte Personen richtet.“

          Zudem geht aus der Mitteilung der Staatsanwaltschaft hervor, dass mittlerweile polizeiliche Erkenntnisse in dem dazu „geführten Prüfvorgang um den Tod von zwölf Menschen in einer Betreuungseinrichtung in Sinzig“ vorlägen. Diese würden daraufhin auszuwerten sein, ob sich aus ihnen der Anfangsverdacht von Straftaten ergebe. „Sie sollen darüber hinaus auch in die Prüfung des Anfangsverdachts betreffend möglicherweise zu spät erfolgter Warnungen und Evakuierungen der Bevölkerung einbezogen werden“, heißt es in der Mitteilung weiter.

          Die Staatsanwaltschaft informierte ferner darüber, dass die Prüfungen „noch einige Tage in Anspruch nehmen“ würden. Das liege an der „Komplexität der Unwetterereignisse, des Umfangs des zu prüfenden Materials und auch des weiterhin bestehenden Vorrangs von Hilfe für die von der Katstrophe betroffenen Menschen“.

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