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Flughafen Berlin Brandenburg : Kein Ende der Irrfahrt

  • -Aktualisiert am

Der Flughafen hat Klaus Wowereit letztlich das Amt gekostet. Bild: dpa

Wie geht es weiter am BER? Wenn am Freitag der Aufsichtsrat tagt, wird voraussichtlich wieder kein Eröffnungstermin bekanntgegeben. Beim Personal kehrt keine Ruhe ein - und die Spekulationen über die Mehdorn-Nachfolge gehen weiter.

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          Am Donnerstag tritt Klaus Wowereit, Berlins Regierender Bürgermeister, zurück. Am Freitag tagt der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft FBB. Vor Tagen schon hat Wowereit, der auch der Vorsitzende dieses Aufsichtsrats ist, erklärt, er rechne nicht damit, dass der FBB-Geschäftsführer Hartmut Mehdorn dann einen Eröffnungstermin für den Flughafen BER oder auch nur eine Zeitspanne dafür nennen werde.

          Aus Verärgerung über Indiskretionen sagten die Gesellschafter Berlin und Brandenburg ein Gespräch mit dem möglichen Mehdorn-Nachfolger Michael Garvens, dem Geschäftsführer des Köln-Bonner Flughafens, ab. Für die Position ist Gerüchten zufolge auch der Münchener Thomas Weyer im Gespräch. Mehdorn, der von Matthias Platzeck 2013 geholt worden war, um den Flughafen BER nahe Berlin zu Ende zu bauen, steht bis Frühjahr 2016 unter Vertrag, ein Jahr zuvor müsste man ihm signalisieren, ob er weiterarbeiten soll.

          Am Dienstag beschloss das Brandenburger Kabinett, seine Minister aus dem Aufsichtsrat der FBB zurückzuziehen. Platzecks Nachfolger Dietmar Woidke ist gar nicht erst in das Gremium gegangen. Das Land - es hält wie Berlin 37 Prozent der Anteile an der Flughafengesellschaft - schickt die Finanz-Staatssekretärin Daniela Trochowski und den Unternehmensberater Axel Arendt neu in den Aufsichtsrat. Der frühere Manager Arendt soll Vorsitzender werden. Der frühere Wirtschaftsminister Ralf Christoffers legt sein Mandat am Donnerstag nieder. Finanzminister Christian Görke wird Brandenburg in der Gesellschafterversammlung vertreten. Woidke sagte nach der Entscheidung: „Die neue Brandenburger Aufsichtsratsmannschaft bietet eine ausgewogene Mischung aus externer Fachkompetenz der Wirtschaft und Repräsentanz der Landesinteressen.“

          Ein „Sprint“ im Schneckentempo

          Michael Müller, den das Berliner Abgeordnetenhaus am Donnerstag voraussichtlich zum neuen Regierenden Bürgermeister wählen wird, will dagegen selbst in den Aufsichtsrat. Doch den Vorsitz strebt auch er nicht an. Weil die Eröffnung des Flughafens im Sommer 2012 wegen mangelnden Brandschutzes abgesagt werden musste und seither das verantwortliche Personal in Politik und in der Flughafengesellschaft es nicht einmal schaffte, einen Termin für die Fertigstellung zu nennen, gab Wowereit den Aufsichtsratsvorsitz zunächst ab. Platzeck übernahm, doch nach dessen Ausscheiden übernahm ihn mangels Interesse anderer wiederum Wowereit. Am Ende hat der Misserfolg beim BER ihn das Amt des Regierenden Bürgermeisters gekostet; auch seine Partei, die SPD, litt in Umfragen unter dem Debakel.

          Als Mehdorn seinerzeit zum Flughafen geholt wurde, war die Verblüffung groß. Er hörte nicht auf Ratschläge, auch wenn sie fundiert waren und freundlich geäußert wurden, wie beispielsweise in Fragen des Schallschutzes oder der Weiternutzung des Flughafens Tegel nach dem Betriebsbeginn des BER. Auch äußerte er sich sehr selbstbewusst über seine Tätigkeit, suchte Streit mit allen möglichen Akteuren, etwa dem Technikchef, und schrieb Beschwerdebriefe, die prompt öffentlich wurden. Zuletzt zieh er offenbar in einem Brief an den Bundesverkehrsminister, den Vertreter des dritten FBB-Gesellschafters, alle drei Gesellschafter der „Inquisition“ - gemeint ist das externe Gutachten, das die Gesellschafter endlich, strapaziert vom langsamen Fortschritt auf der Baustelle, in Auftrag gaben. Die Arbeitsgruppe, die Mehdorn auf dem Gelände einrichtete, nannte er „Sprint“, doch rascher ging es auch mit ihr nicht zum funktionierenden Brandschutz für das Terminalgebäude.

          Nötige Strukturreformen der Gremien

          Einen großen Erfolg hat Mehdorn verbucht: Der Bund ließ sich offenbar überzeugen, seinen Regierungsflughafen vorübergehend westlich vom alten Flughafengebäude in Schönefeld unterzubringen, das dadurch weiter für die Abfertigung von Fluggästen genutzt werden kann, bis der BER erweitert worden ist.

          „Ein Aufsichtsrat muss Vertrauen in seine Geschäftsführung haben. Ich sage das immer wieder, auch unserem Aufsichtsrat“, sagte Mehdorn am Wochenende dem Berliner „Tagesspiegel“: „Entweder er traut seiner Geschäftsleitung, oder er sucht sich eine neue, tauscht sie aus. Dazwischen gibt es nichts.“ Mehdorn sagte ferner: „Wir haben die Baustelle technisch im Griff.“

          Ob die drei Gesellschafter sich vor der Aufsichtsratssitzung am Freitag oder erst später auf weitreichende Strukturreformen der mit dem Flughafenbau befassten Gremien einigen können, ist ungewiss. Mehdorn klagte über die komplizierten Strukturen: „Wir haben drei Gesellschafter.“ Das nahm die Zeitung „Der Tagesspiegel“ zum Anlass, tags darauf zu melden: „Wo Mehdorn irrt“, und darauf hinzuweisen, dass auch die Flughafengesellschaften von München und Frankfurt mehr als einen, nämlich auch jeweils drei Gesellschafter besitzen.

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