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Flüchtlingspolitik : Die Aufnahme der Kinder ist das einzig Richtige

Kinder im Flüchtlingscamp Moria auf Lesbos beim Wasserholen Bild: obs

Auf was wollen die Innenminister der EU zur Entlastung der Lager in der Ägäis noch warten? Deutschland geht endlich voran. Das kann aber nur der erste Schritt sein.

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          Die Entlastung der Aufnahmelager auf griechischen Inseln noch weiter auf die lange Bank zu schieben ist selbst mit der Corona-Epidemie nicht mehr zu rechtfertigen. Einzelne Staaten wie Spanien, Frankreich oder Italien können zwar auf ihre eigenen Probleme verweisen, ein Land wie Deutschland aber nicht.

          Wer Tausende Erntehelfer ins Land fliegen lässt und bei deren Quarantäne ein Auge zudrückt (die Regierung nennt es „faktische Quarantäne mit Arbeitsmöglichkeit“), wird ja wohl fünfzig Kindern einen Unterschlupf bieten können. Oder auch mehr. Zu hoffen ist deshalb, dass es dabei nicht bleiben soll und kann. Im März war noch von vierhundert Kindern die Rede. Auch das ist nicht nur machbar, sondern angesichts der Zustände in den Lagern ein Gebot der Menschlichkeit.

          Deutschland und Luxemburg gehen jetzt in bescheidenem Maße voran, wohl vor allem deshalb, um endlich Bewegung in die Sache zu bringen, die seit Jahren von Monat zu Monat dringlicher geworden ist. Die Gegenargumente sind bekannt: Der Verteilungsmechanismus in der EU funktioniert nicht, und die Rettung der Kinder sendet falsche Signale in die Herkunftsländer. Solche Argumente wiegen aber so lange wenig, wie die Aufnahme in der Ägäis eine Tortur ist.

          Jetzt kommen die Gefahren durch die Corona-Epidemie noch hinzu. Bräche sie auf den Inseln erst einmal aus, ließe sich die Lage noch weniger beherrschen als heute. Berlin tut deshalb das einzig Richtige.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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