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Flüchtlingskrise : Heroisch

„Wir schaffen das“ – ein heroischer Slogan. Aber die Kanzlerin ist nicht dem Beifall der Welt verpflichtet, sondern dem Wohle des deutschen Volkes.

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          Wenn Angela Merkels Flüchtlingspolitik in Nah und Fern gelobt wird, dann oft mit billiger Fern-Ethik und globalem Moralüberschuss: Wir müssen wegen unserer historischen Schuld jeden aufnehmen, aber bitte nicht in meinem Vorgarten. Gewiss begründet die Vergangenheit dieses Landes Pflichten für die Gegenwart.

          Die Holocaust-Überlebende Ruth Klüger hob im Bundestag hervor, Deutschland, verantwortlich für die schlimmsten Verbrechen des Jahrhunderts, habe heute den „Beifall der Welt“ gewonnen dank seiner geöffneten Grenzen und der Großzügigkeit, mit der es Flüchtlinge aufnehme. Dieses Land steht in der Tat unter Beobachtung, es will striktes Gegenmodell zum NS-Staat sein.

          Zu Recht nennt Klüger Merkels „Wir schaffen das“ einen „heroischen Slogan“. Vor der Folie der fürchterlichen Vergangenheit kann es keine andere Losung geben. Aber was genau schaffen wir? Die Kanzlerin ist nicht dem Beifall der Welt verpflichtet, sondern dem Wohle des deutschen Volkes. Das allein ist die Grundlage für Offenheit und Großzügigkeit.

          Reinhard Müller
          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“ und F.A.Z. Einspruch, zuständig für „Staat und Recht“.

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