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Kriminalstatistik : Kriminologe: Flüchtlinge werden häufiger angezeigt als Deutsche

  • Aktualisiert am

Der Kriminologe Christian Pfeiffer Bild: dpa

Deutsche haben das niedrigste Risiko angezeigt zu werden: Der Kriminologe Christian Pfeiffer relativiert den hohen Anteil von Flüchtlingen in der Kriminalstatistik. Die Sprache ist nicht der einzige Grund.

          Der Kriminologe Christian Pfeiffer rät dringend dazu, die stark gestiegene Kriminalität unter Zuwanderern in einen gesellschaftlichen Zusammenhang einzuordnen. Die Zahlen lägen auch deshalb so hoch, weil kriminelle Zuwanderer eher angezeigt würden als kriminelle Einheimische, sagte Pfeiffer der „Braunschweiger Zeitung“. Unter den Zuwanderern hätten die Flüchtlinge das größte Risiko, angezeigt zu werden, weil sie häufig kein Deutsch sprächen. „Deutsche haben ein Privileg. Sie haben das niedrigste Risiko, angezeigt zu werden.“

          Grundsätzlich gilt laut Pfeiffer: Je fremder ein Angreifer sei, umso wahrscheinlicher sei es, dass er angezeigt werde. „Mit einem, der dieselbe Sprache spricht, der aus derselben ethnischen Gruppe kommt, da findet man einfacher Lösungen. Da kann man regeln, wer die kaputte Jacke bezahlt.“

          Die Zahl der Anzeigen gegen Fremde sei mehr als doppelt so hoch wie bei Tätern aus derselben ethnischen Gruppe, sagte der ehemalige Leiter des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen. „Wir haben ein grundsätzliches Problem beim Blick auf kriminelle Zuwanderer: Wenn Max von Moritz attackiert wird, liegt die Anzeigequote bei 13 Prozent. Wenn Max aber von Mehmet angegriffen wird, steigt sie auf 27 Prozent.“

          Pfeiffer wies zudem darauf hin, dass junge Männer völlig unabhängig von ihrer Nationalität grundsätzlich die größte Risikogruppe bei Gewalttaten darstellten. Die nach Deutschland Geflüchteten seien überwiegend junge Männer. Bei den überproportional häufig kriminellen Nordafrikanern komme hinzu, dass sie gleich nach ihrer Überfahrt gesagt bekämen, sie dürften nicht bleiben. Das erzeuge Frust.

          Nach der von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Montag vorgestellten Kriminalstatistik 2016 ist die Zahl der Zuwanderer unter den Tatverdächtigen im Vergleich zum Vorjahr um 53 Prozent gestiegen.

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