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Flüchtlinge : Ausgaben für Asylbewerber verdoppeln sich

  • Aktualisiert am

Helfer bauen ein Zeltlager für Flüchtlinge bei Neuenstadt am Kocher in Baden-Württemberg. Bild: dpa

Aufgrund der vielen Flüchtlinge verdoppeln sich die Ausgaben der Länder für Asylbewerber auf mindestens fünf Milliarden Euro. Dennoch lehnt die Mehrheit der Deutschen Kürzungen bei der Hilfe für die Gäste ab.

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          Auf die 16 Bundesländer kommen wegen der vielen Flüchtlingszahlen hohe Kosten zu. Allein in diesem Jahr werden sich die Ausgaben auf mindestens fünf Milliarden Euro verdoppeln. Das geht aus einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei allen Landesregierungen hervor. Im vergangenen Jahr betrugen die Ausgaben noch geschätzt etwa 2,2 Milliarden Euro.

          Verdreifachung der Kosten in manchen Ländern

          Die tatsächlichen Kosten liegen vermutlich noch höher. Nicht alle Länder beziehen zusätzliche Verwaltungskosten und Personalausgaben ein. Allein in Bayern und Nordrhein-Westfalen, den beiden bevölkerungsreichsten Länder, werden 2015 Asylausgaben in Höhe von zusammen etwa 1,6 Milliarden Euro erwartet. In manchen Ländern werden sich die Kosten mehr als verdreifachen, so in Schleswig-Holstein, wo die Ausgaben voraussichtlich von 80 auf 287 Millionen Euro klettern.

          Wegen der Kostenexplosion sind sich alle 16 Länder einig, dass der Bund sie stärker finanziell unterstützen soll. Im ersten Halbjahr zählte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge knapp 180.000 Asylanträge - mehr als doppelt so viele wie im selben Zeitraum 2014.

          Trotz der hohen Kosten lehnt die Mehrheit der Deutschen ab, Leistungen für Asylsuchende zu kürzen. Einer von „Bild am Sonntag“ vorab veröffentlichten Emnid-Umfrage zufolge sind 52 Prozent gegen diesen Schritt und 33 Prozent dafür. Bei der Unterbringung sprechen sich demnach 59 Prozent dagegen aus, Asylbewerber, die mit großer Wahrscheinlichkeit wieder abgeschoben werden, provisorisch in Zelten oder grenznahen Aufnahmeeinrichtungen unterzubringen.

          Ebenfalls 52 Prozent der Befragten halten Deutschland für gastfreundschaftlich gegenüber Flüchtlingen eingestellt, 42 Prozent sehen das nicht so.

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