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FridaysForFuture : Warum nur freitags?

Auf den Straßen und nicht in der Schule: Schüler demonstrieren in Kiel für eine strengere Klimapolitik. Bild: dpa

Für die Schüler, die für eine strengere Klimapolitik demonstrieren, ist der Klimawandel nicht viel wichtiger als ein schulfreier Tag. Das ist zu wenig, um sich über die Zukunft Gedanken zu machen.

          Die Schülerproteste „FridaysForFuture“ werfen schon im Namen die Frage auf, warum nur Freitage der Zukunft dienen können, nicht aber Samstage oder Sonntage. Die Schüler, die für eine (noch) strengere Klimapolitik demonstrieren, können sich nicht darum herumreden, dass ihnen der Klimawandel nicht viel wichtiger ist als der Genuss eines schulfreien Tags. Das ist das einzige Druckmittel, das ihren Protest zu einem „Streik“ macht. Der Druck richtet sich allerdings gegen sie selbst, da Schulpflicht nicht zu ihrem Schaden, sondern allein zu ihrem Nutzen gilt (auch wenn das unter Schülern umstritten sein mag).

          Dass Eltern in Nordrhein-Westfalen gegen Sanktionen protestieren, die ihnen drohen, wenn sie die Schulpflicht ihrer Kinder nicht durchsetzen, lässt sich nur mit Sarkasmus aufnehmen: Sie ändern ihre Meinung wohl erst, wenn ihre Kinder auch von Montag bis Donnerstag einen guten Zweck fürs Schuleschwänzen finden – Europa, Abrüstung, saubere Luft oder bessere Schulen. Nur am Samstag und Sonntag würde dann gelernt. Irgendwann muss man ja mal an die Zukunft denken.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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