https://www.faz.net/-gpf-9kc7k

FridaysForFuture : Warum nur freitags?

Auf den Straßen und nicht in der Schule: Schüler demonstrieren in Kiel für eine strengere Klimapolitik. Bild: dpa

Für die Schüler, die für eine strengere Klimapolitik demonstrieren, ist der Klimawandel nicht viel wichtiger als ein schulfreier Tag. Das ist zu wenig, um sich über die Zukunft Gedanken zu machen.

          Die Schülerproteste „FridaysForFuture“ werfen schon im Namen die Frage auf, warum nur Freitage der Zukunft dienen können, nicht aber Samstage oder Sonntage. Die Schüler, die für eine (noch) strengere Klimapolitik demonstrieren, können sich nicht darum herumreden, dass ihnen der Klimawandel nicht viel wichtiger ist als der Genuss eines schulfreien Tags. Das ist das einzige Druckmittel, das ihren Protest zu einem „Streik“ macht. Der Druck richtet sich allerdings gegen sie selbst, da Schulpflicht nicht zu ihrem Schaden, sondern allein zu ihrem Nutzen gilt (auch wenn das unter Schülern umstritten sein mag).

          Dass Eltern in Nordrhein-Westfalen gegen Sanktionen protestieren, die ihnen drohen, wenn sie die Schulpflicht ihrer Kinder nicht durchsetzen, lässt sich nur mit Sarkasmus aufnehmen: Sie ändern ihre Meinung wohl erst, wenn ihre Kinder auch von Montag bis Donnerstag einen guten Zweck fürs Schuleschwänzen finden – Europa, Abrüstung, saubere Luft oder bessere Schulen. Nur am Samstag und Sonntag würde dann gelernt. Irgendwann muss man ja mal an die Zukunft denken.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Was man über die Bewegung wissen sollte

          Fridays for Future : Was man über die Bewegung wissen sollte

          Am Freitag werden neue, weltweite Protesten von „Fridays for Future“ erwartet. Auch viele Deutsche wollen offenbar, dass die Bundesregierung alles in Ihrer Macht Stehende tun muss, um die Klimakrise aufzuhalten. Zeit, sich die Bewegung einmal genauer anzuschauen.

          Stau auf dem Mount Everest Video-Seite öffnen

          Zu viele Bergsteiger : Stau auf dem Mount Everest

          Der Himalaya, eine menschenleere Gegend? Nicht so am Mount Everest. Dort stauen sich die Bergsteiger, viele müssen stundenlang kurz vor dem Gipfel ausharren, um ein Foto auf dem höchsten Berg der Welt machen zu können. Für manche endet das tödlich.

          Union beendet Europawahlkampf Video-Seite öffnen

          Merkel ist auch da : Union beendet Europawahlkampf

          Beim Abschluss des Europawahlkampfs der konservativen EVP in München ist Bundeskanzlerin Angela Merkel mit von der Partie. Das jähe Ende der Koalition aus ÖVP und FPÖ in Österreich ist auch hier Thema.

          Topmeldungen

          Der russische Präsident Wladimir Putin und Viktor Orban, Ministerpräsident von Ungarn, geben sich während einer gemeinsamen Pressekonferenz in Moskau die Hand.

          Nach Ibiza-Video : Orbán und Putin wenden sich von Strache ab

          In seinem Ibiza-Video hat Heinz-Christian Strache den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán als sein Vorbild bezeichnet. Doch der hat sich nun von Österreichs ehemaligem Vizekanzler distanziert. Auch Putin wendet sich von Strache ab.
          Klimastreik in Turin.

          Klimanotstand : Höllisch, wie das jetzt knallt

          Klimawandel war gestern, heute ist Notstand. Den haben wir zwar nicht den Jungen zu verdanken, aber die schlachten ihn jetzt schwungvoll aus und drängen die Politik in die Ecke. Eine Glosse.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.