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Vereitelter Anschlag in Hessen : Festgenommener hatte Kontakt zu gefährlichen Islamisten

  • Aktualisiert am

Terrorverdacht in Oberursel: Das Bundeskriminalamt sichert die Spuren in der Wohnung von Halil D. Bild: dpa

Mit der Festnahme von Halil D. und seiner Ehefrau vereitelte die hessische Polizei wahrscheinlich einen Anschlag. Nach Recherchen der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung hatte der Islamist zuvor Kontakt zu mehreren Rückkehrern aus dem Syrien-Krieg.

          Der wegen eines mutmaßlichen Anschlagversuchs auf das Frankfurter Radrennen festgenommene Halil D. hatte Kontakte zu mehreren „Gefährdern“ in der islamistischen Szene im Rhein-Main-Gebiet. Unter ihnen sollen auch Rückkehrer aus dem Krieg in Syrien sein. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung unter Berufung auf Sicherheitskreise. Danach hätten Polizeibeamte während der Observation von Halil D. entsprechende Treffen beobachtet.

          In der Wohnung des Ehepaars sollen die Beamten neben einer funktionstüchtigen Rohrbombe und verschiedenen Chemikalien auch schriftliche Unterlagen zum Bau von Bomben gefunden haben, berichtet die F.A.S. weiter. Zudem sei neben den Teilen eines automatischen Sturmgewehrs G3 und Munition für eine andere Waffe auch eine Schreckschusswaffe sichergestellt worden.

          Obwohl die hessischen Sicherheitsbehörden Halil D., der nach Informationen der F.A.S. Hartz-IV-Empfänger war, als feste Größe in der hessischen Islamistenszene erfasst und spätestens seit 2009 im Blick hatten, waren er und seine Ehefrau Senay D. nach Angaben der F.A.S. dem Bundesamt für Verfassungsschutz unbekannt.

          Wegen der Anschlagsgefahr war das traditionelle Radrennen am 1. Mai in Frankfurt am Main abgesagt worden. Bundesinnenminister Thomas de Maizière reagierte mit Verständnis auf die Absage des Rennens, warnten aber auch davor, sich einschüchtern zu lassen. „Oberstes Ziel war und ist immer die Sicherheit der Radfahrer und der vielen Fans an der Strecke“, sagte de Maizière der F.A.S. Die Absage einer Veranstaltung sei aber immer nur der letztmögliche Schritt und immer eine Einzelfallentscheidung. „Denn wenn wir vor Angst und Furcht Großveranstaltungen nicht mehr anpacken, dann hätten die Terroristen gewonnen“, sagte der Minister.

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