https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/fehmarnbelttunnel-von-den-daenen-lernen-17034331.html

Fehmarnbelttunnel : Von den Dänen lernen

Protestsymbol gegen den Tunnel: Oldenburg in Holstein Bild: dpa

Die Realisierung von Großprojekten dauert in Deutschland lang, sehr lang. Wie es auch anders gehen kann, hat Dänemark gezeigt. Der Fehmarnbelttunnel kann endlich gebaut werden.

          1 Min.

          In Dänemark hat man sich das deutsche Schauspiel in Ruhe angeschaut – und einfach schon einmal angefangen. Während das Bundesverwaltungsgericht noch über die letzten Klagen gegen die Fehmarnbeltquerung verhandelte, wurden auf der dänischen Seite längst die ersten Vorbereitungen getroffen.

          18 Kilometer lang soll der Tunnel werden, der die deutsche Insel Fehmarn mit der dänischen Insel Lolland unter der Ostsee verbindet und so die Metropolen Hamburg und Kopenhagen näher zueinanderbringt. Zweifellos ist es eines der größten Infrastrukturprojekte der nächsten Jahre. Und endlich, mit dem Urteil von Leipzig, ist auch von deutscher Seite klar, dass es gebaut werden kann – und die dänische Zuversicht berechtigt war.

          Ohnehin ist diese Zuversicht etwas, das der deutschen Seite ein Vorbild sein sollte. Denn natürlich gibt es bei solch großen Projekten Fragen, Einwände und Sorgen, die es durch politische Kommunikation, Beteiligung, und gegebenenfalls den Rechtsweg zu klären gilt. So ist es in den vergangenen Jahren in Deutschland passiert, so hat man es aber auch in Dänemark viel schneller und effizienter geschafft – ohne dass sich Protestwellen gegen das Projekt aufgebaut hätten.

          Das sollte uns eine Lehre sein: Warum sollten wir es nicht auch besser und schneller schaffen können? Und was ist eigentlich aus der Zuversicht in Deutschland geworden, dass man mit großen Infrastrukturprojekten große Schritte in die Zukunft gehen kann? Die Dänen wissen es besser.

          Matthias Wyssuwa
          Politischer Korrespondent für Norddeutschland und Skandinavien mit Sitz in Hamburg.

          Weitere Themen

          Der heimattreue Weltreisende

          Künftiger TUI-Chef : Der heimattreue Weltreisende

          Sebastian Ebel wird neuer TUI-Chef. Er mag Braunschweig und Fehmarn. Nun muss er das Geschäft mit Reisen um die ganze Welt fit für die Nach-Corona-Zeit machen. Seine lange Geschichte im und mit dem Konzern dürfte ihm dabei helfen.

          Topmeldungen

          Gaslager auf dem Gelände des Chemiekonzerns BASF in Ludwigshafen

          Energieknappheit : Industrie könnte drei Prozent Gas einsparen

          Industrieunternehmen sind bereit, gegen finanziellen Ausgleich Gas einzusparen, ergab eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags, die der F.A.Z. vorliegt. Damit könnten die Gasspeicher um zusätzlich vier Prozentpunkte gefüllt werden.
          Einsatzkräfte am Fields-Einkaufszentrum in Kopenhagen nachdem dort Schüsse gefallen sind

          Eine Festnahme : Schüsse in Einkaufszentrum in Kopenhagen

          Laut der dänischen Polizei sind in einem Einkaufszentrum in der dänischen Hauptstadt Schüsse gefallen. Dabei sollen mehrere Menschen getroffen worden sein. Wenig später nimmt die Polizei einen Verdächtigen fest.
          Hochburg des Aktivismus: die Humboldt-Universität zu Berlin

          Abgesagter Biologie-Vortrag : Cancel Culture an der Humboldt-Uni

          Die Humboldt-Universität sagt den Vortrag der Biologin Marie-Luise Vollbrecht wegen angeblicher Transfeindlichkeit ab und distanziert sich von ihr. Die Hochschule beugt sich aktivistischem Druck und unterbreitet ein vergiftetes Angebot.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.