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Fehmarnbelttunnel : Von den Dänen lernen

Protestsymbol gegen den Tunnel: Oldenburg in Holstein Bild: dpa

Die Realisierung von Großprojekten dauert in Deutschland lang, sehr lang. Wie es auch anders gehen kann, hat Dänemark gezeigt. Der Fehmarnbelttunnel kann endlich gebaut werden.

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          In Dänemark hat man sich das deutsche Schauspiel in Ruhe angeschaut – und einfach schon einmal angefangen. Während das Bundesverwaltungsgericht noch über die letzten Klagen gegen die Fehmarnbeltquerung verhandelte, wurden auf der dänischen Seite längst die ersten Vorbereitungen getroffen.

          18 Kilometer lang soll der Tunnel werden, der die deutsche Insel Fehmarn mit der dänischen Insel Lolland unter der Ostsee verbindet und so die Metropolen Hamburg und Kopenhagen näher zueinanderbringt. Zweifellos ist es eines der größten Infrastrukturprojekte der nächsten Jahre. Und endlich, mit dem Urteil von Leipzig, ist auch von deutscher Seite klar, dass es gebaut werden kann – und die dänische Zuversicht berechtigt war.

          Ohnehin ist diese Zuversicht etwas, das der deutschen Seite ein Vorbild sein sollte. Denn natürlich gibt es bei solch großen Projekten Fragen, Einwände und Sorgen, die es durch politische Kommunikation, Beteiligung, und gegebenenfalls den Rechtsweg zu klären gilt. So ist es in den vergangenen Jahren in Deutschland passiert, so hat man es aber auch in Dänemark viel schneller und effizienter geschafft – ohne dass sich Protestwellen gegen das Projekt aufgebaut hätten.

          Das sollte uns eine Lehre sein: Warum sollten wir es nicht auch besser und schneller schaffen können? Und was ist eigentlich aus der Zuversicht in Deutschland geworden, dass man mit großen Infrastrukturprojekten große Schritte in die Zukunft gehen kann? Die Dänen wissen es besser.

          Matthias Wyssuwa

          Politischer Korrespondent für Norddeutschland und Skandinavien mit Sitz in Hamburg.

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