https://www.faz.net/-gpf-9wkyu

Nach Thüringen-Wahl : FDP verzeichnet zahlreiche Parteiaustritte

  • Aktualisiert am

FDP-Chef Christian Lindner Bild: dpa

Auch Aufnahmeanträge gibt es bei den Freien Demokraten. Die Umfragewerte der FDP sacken unterdessen ab – Linke und AfD können profitieren.

          2 Min.

          Nach dem Debakel um die Wahl des FDP-Politikers Thomas Kemmerich zum Ministerpräsidenten von Thüringen sind einem Zeitungsbericht zufolge zahlreiche FDP-Mitglieder aus der Partei ausgetreten. Allein die Landesverbände in Bayern und Baden-Württemberg verbuchten in den zehn Tagen nach Kemmerichs Wahl insgesamt knapp hundert beendete Parteimitgliedschaften, wie eine Umfrage der „Augsburger Allgemeinen“ (Montagausgabe) in mehreren Bundesländern ergab. Es gab aber auch Aufnahmeanträge.

          Laut der Zeitung gab es in Bayern rund 50 Parteiaustritte. In Hessen waren es 40 Austritte – gleichzeitig bekam der Landesverband aber auch 19 Anträge für einen Parteieintritt. Die FDP in Hamburg, wo am kommenden Wochenenden gewählt wird, hatte demnach Austrittserklärungen von 25 Mitgliedern auf dem Tisch. Im selben Zeitraum gingen auch zehn neue Mitgliedseinträge ein.

          Kemmerichs eigener FDP-Landesverband Thüringen musste nach Angaben der Parteigeschäftsstelle 16 Austritte hinnehmen, denen acht Eintritte gegenüberstünden, wie die „Augsburger Allgemeine“ berichtete. In Mecklenburg-Vorpommern hielt sich das Mitgliederkonto nach den Ereignissen in Thüringen demnach die Waage: Zwei Austritte wurden durch zwei Aufnahmeanträge ausgeglichen.

          Sachsen-Anhalt konnte demnach bei sieben Austrittsmeldungen und acht Neuaufnahmen beziehungsweise Anträge auf Mitgliedschaft sogar ein kleines Plus verzeichnen. Sachsen hatte seit dem 5. Februar landesweit neun Austritte, es wurde ein Mitgliedsantrag gestellt. Bei der Bremer FDP habe es bei derzeit 410 Mitgliedern „genau einen Austritt aufgrund der Vorkommnisse in Thüringen“ gegeben, teilte die Partei der Zeitung mit. Aus Nordrhein-Westfalen lagen vergangene Woche laut Bericht noch keine landesweiten Angaben vor. Bundesweit zählt die FDP rund 65.000 Mitglieder.

          FDP sackt in einer Umfrage ab

          Die FDP liegt in der Wählergunst einer Umfrage zufolge nur noch knapp über der Fünf-Prozent-Hürde. Nach dem Rücktritt ihres Thüringer Ministerpräsidenten Thomas Kemmerich komme die Partei nur noch auf sechs Prozent und damit zwei Prozentpunkte weniger als in der Vorwoche, berichtete die „Bild am Sonntag“ vorab unter Berufung auf den „Sonntagstrend“ des Instituts „Kantar“. Kemmerich hatte sich am 5. Februar mit den Stimmen der AfD zum Ministerpräsidenten wählen lassen. Nach drei Tagen im Amt trat er zurück.

          CDU/CSU hielten sich indes auch nach der Rückzugs-Ankündigung von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer bei 28 Prozent. Die Grünen kämen ebenfalls unverändert auf 20 Prozent, ebenso die SPD und die AfD mit jeweils 15 Prozent. Die Linke hingegen lege einen Punkt zu auf zehn Prozent.

          Bei der Bundestagswahl 2017 kam die FDP, die vier Jahre zuvor noch an der Fünfprozenthürde gescheitert war, auf 10,7 Prozent, die Union auf 32,9, die SPD auf 20,5, die Linke auf 9,2, die Grünen auf 8,9 und die AfD auf 12,6 Prozent (5 Prozent entfielen auf Andere).

          Befragt wurden insgesamt 1.886 Menschen im Zeitraum vom 6. bis zum 12. Februar 2020. Frage: „Welche Partei würden Sie wählen, wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahlen wären?"

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Kulissen wie diese am Grundlsee ziehen Urlauber normalerweise in Scharen nach Österreich. 280.000 Menschen leben dort direkt vom Tourismus.

          Tourismus in Österreich : Urlaub nach der „Ischgl-Lektion“

          Ferien in Österreich: Das verspricht Erholung zwischen Bergen und Seen. Doch in der Corona-Krise zeigt das Geschäftsmodell seine Risiken. Warum das Land die Gäste aus Deutschland nun so dringend braucht.
          Wer will, wer hat noch nicht? Rekruten der Bundeswehr nehmen am 20. Juli 2009 vor dem Reichstagsgebäude in Berlin an einem öffentlichen Gelöbnis teil.

          Reaktionen auf Högl-Vorschlag : Wehrpflicht? Nein, danke!

          Die Wehrbeauftragte will eine Debatte über die Wiedereinsetzung. Dafür erntet sie heftige Kritik. Die Verteidigungsministerin schlägt einen Freiwilligendienst vor – ohne Högl zu erwähnen.
          Was vor 30.000 Jahren mit poliertem Gestein anfing, wurde im 19. Jahrhundert unter Strom gesetzt und erhält heute Design-Awards. Julia Ossko und Eugen Schulz setzten die Geschichte der Sexspielzeuge bildhaft in Szene.

          Die Geschichte der Sextoys : Komm, lass uns spielen

          Von Stein zu Silikon, vom Phallus zum Designobjekt – Sexspielzeuge sind (fast) so alt wie die Menschheit. Das Schmuddelimage war einmal, mittlerweile sind Dildos und andere Spielzeuge in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

          Sommer-Transfermarkt : Eine ganz klare Ansage des FC Bayern

          Mit Leroy Sané gab es einen Millionen-Einkauf. Wie geht es nun weiter beim FC Bayern auf dem Transfermarkt? Karl-Heinz Rummenigge gibt Einblicke in die Münchner Planungen – vor allem mit Blick auf Kai Havertz.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.