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Alternative zu Union und SPD : FDP plant eigenen Vorschlag zum Familiennachzug

  • -Aktualisiert am

Flüchtlinge gehen im November 2015 im schleswig-holsteinischen Boostedt über das Gelände der Erstaufnahmeeinrichtung. Bild: dpa

Nach dem Ende der Sondierungen kommt Bewegung in das Thema Familiennachzug. Nächste Woche soll sich der Bundestag damit beschäftigen. Die FPD will „eine Balance zwischen Möglichkeiten und Menschlichkeit“ schaffen.

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          Die FDP-Fraktion wird in der kommenden Woche einen Gesetzentwurf zum Familiennachzug vorlegen, der als Alternative zur Absicht von Union und SPD gedacht ist, den Familiennachzug von subsidiär geschützten Flüchtlingen für eine Übergangszeit weiterhin auszusetzen. Das FDP-Vorhaben stand auf der Tagesordnung der Klausur der Fraktion, die am Sonntagnachmittag begann.

          Der Gesetzentwurf ist fertig formuliert. Er sieht zwar einerseits die Verlängerung der Aussetzung des Familiennachzuges vor, andererseits will er einige Ausnahmeregelungen schaffen. Der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Stephan Thomae beschrieb die Absicht seiner Fraktion so: „Wir wollen den Familiennachzug für zwei weitere Jahre aussetzen, um die Integrationsfähigkeit Deutschlands nicht zu überfordern. Allerdings nicht ohne eine humane Regelung für Härtefälle und diejenigen Flüchtlinge, die für den Lebensunterhalt ihrer Familien sorgen können oder sich gut integriert haben.“

          Thomae fügte an: „Damit schaffen wir anders als Union und SPD eine Balance zwischen Möglichkeiten und Menschlichkeit. Unser Ziel bleibt eine umfassende Neuregelung des Aufenthalts- und Asylrechts in einem Einwanderungsgesetzbuch.“

          Nach den Ansprachen von Union und SPD bei ihren am vergangenen Freitag beendeten Sondierungsgesprächen soll die – von der vorherigen großen Koalition eingeführte – Aussetzung des Familiennachzugs mittels einer Gesetzesänderung für einige Zeit verlängert werden. Nach der geltenden Rechtslage würde die Aussetzung am 16. März auslaufen.

          Weil es bis dahin nicht gelingen wird, eine umfassende neue Rechtslage zu schaffen, verabredeten die Spitzenpolitiker von Union und SPD, noch im Januar im Bundestag einen Gesetzentwurf einzubringen, der „den Status quo (Aussetzung des Familiennachzugs für subsidiär Geschützte) so lange verlängert bis die obenstehende Neuregelung in Kraft gesetzt ist“.

          Dazu gehört die Absicht, 1000 Menschen im Monat den Familiennachzug zu ermöglichen. Mit dieser Abrede sei eine unverzügliche Erarbeitung und Verabschiedung eines neuen Gesetzes bis Ende Juli 2018 „untrennbar verbunden“.

          Der Gesetzentwurf von Union und SPD könnte noch in dieser Woche im Bundestag eingebracht werden. Nach dem FDP-Entwurf allerdings sollen schon nach dem 16. März Härtefälle geschaffen werden, bei denen etwa das Kindeswohl „besonders zu berücksichtigen“ sei. Allerdings müsse der Lebensunterhalt der betroffenen Personen gesichert sein.

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