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FDP-Parteitag : Kubicki sucht Machtprobe mit Lindner

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Wolfgang Kubicki will auf dem FDP-Parteitag auf ein Ende der Russlandsanktionen hinarbeiten. Bild: dpa

FDP-Vize Wolfgang Kubicki geht auf Konfrontation mit Parteichef Christian Lindner. In einem Änderungsantrag für den Parteitag verlangt er eine „kritische Überprüfung“ der Sanktionen gegen Russland.

          Der stellvertretende Vorsitzende der FDP Wolfgang Kubicki geht beim Thema Russland-Sanktionen eine Konfrontation mit den anderen Mitgliedern des Bundesvorstandes seiner Partei ein. Die Strafmaßnahmen hätten bislang „keine erkennbaren Fortschritte in Richtung der gewünschten deeskalierenden und friedensstiftenden Wirkung“, heißt es in einem Änderungsantrag Kubickis zum Parteitagsantrag des Bundesvorstands, der auf der Website der FDP veröffentlicht wurde. Der Bundesvorstand macht in seinem Antrag hingegen deutlich: „Wir stehen zu den gegen Russland verhängten Sanktionen.“ Der FDP-Parteitag findet am Samstag und Sonntag in Berlin statt.

          Die „bisherigen Sanktionen“ sollten einer „kritischen Überprüfung“ unterzogen werden, heißt es in Kubickis Änderungsantrag. Ein „dosiertes Entgegenkommen“ solle daher nicht ausgeschlossen werden, um den Friedensprozess „unsererseits wieder zu dynamisieren“.

          Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner und Kubicki sind in der Frage der Russland-Sanktionen seit längerem uneins. In der FDP wird stets betont, dass man sich in der Forderung nach mehr Dialog mit Russland einerseits und einer klaren Haltung andererseits einig sei. Lediglich in der Sanktionsfrage gebe es unterschiedliche Haltungen.

          Unterstützung erhält Kubicki aus Thüringen. Der dortige FDP-Landesverband plädiert in einem eigenen Antrag für eine deutliche Aufweichung der Sanktionen.

          Die Strafmaßnahmen sind von den EU-Staaten wegen der Annexion der Krim und Russlands Agieren in der Ukraine-Krise einstimmig verhängt worden und werden regelmäßig um mehrere Monate verlängert. Am stärksten umstritten sind die Wirtschaftssanktionen, weil sie auch die deutsche Wirtschaft treffen. Sie beschränken zum Beispiel den Zugang zu den EU-Kapitalmärkten für russische Staatsbanken und große Energie- und Rüstungsfirmen.

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