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FDP : Niebel ist Spitzenkandidat

  • -Aktualisiert am

Gute Mienen zu liberalen Machtspielen: Die baden-württembergische FDP-Landesvorsitzende Birgit Homburger und Bundesminister Dirk Niebel Bild: dapd

Überraschende Volte im Ringen um den Spitzenplatz der Südwest-FDP für die Bundestagswahl: Anstelle einer Kampfabstimmung zwischen der Landesvorsitzenden Homburger und dem früheren Wirtschaftsminister Döring haben sich die baden-württembergischen Liberalen für Minister Niebel entschieden.

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          „Das ist auf dem Marktplatz öffentlich ausgetragene Kungelei“, schimpft ein aus Berlin in den Schwarzwald angereister Beobachter der Südwest-FDP. Was er meint, ist der überraschende und in höchster Not angekündigte Rückzug der baden-württembergischen Landesvorsitzenden Birgit Homburger von ihrer Kandidatur für Platz Eins der Landesliste zur Bundestagswahl 2013. Nachdem die Delegierten gute zwei Stunden über den Spitzenplatz für die Landesliste diskutiert hatten, nachdem Birgit Homburger viele Debattenredner ans Pult geschickt hatte, die mit persönlicher Schmähkritik an ihrem Gegner Walter Döring nicht gespart hatten („Windmacher“, „Schaumschläger“, „Selbstdarsteller“) , konnte sich die FDP-Landesvorsitzende nicht mehr sicher sein: Um ihr Bundestagsmandat zu retten, schlug sie vor, auf Platz zwei anzutreten und die Spitzenkandidatur Dirk Niebel, dem
          Bundesentwicklungshilfeminister, zu überlassen.

          Rüdiger Soldt

          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          „Ich nehme die Wahl an, ich will mich noch mal ausdrücklich bei Birgit Homburger bedanken, dass wir geschlossen in den Wahlkampf gehen“, sagte Niebel, der von 390 abgegebenen Stimmen 331  bekam.  „Ich sage, ich werde Dir den Rücken frei halten, damit wir gemeinsam stark sind an der Basis“, warb Frau Homburger für ihre Kandidatur.

          Von den jüngeren talentierten Bundestagsabgeordneten traut sich niemand, gegen sie auf Platz Zwei anzutreten. Frau Homburger bekommt dann ein schlechtes Ergebnis: 64 Prozent.  Damit dürfte sie sich dem Ende ihrer politischen Karriere ein weiteres Stück nähern. Im Juli 2013 wird ein neuer Landesvorstand gewählt. Wäre sie Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl geworden, hätte die FDP keine Wahl gehabt.

          Dirk Niebel war vor dem Parteitag der starke Mann im Hintergrund, jetzt ist er der starke Mann im Vordergrund. Mit trauriger Stimme nahm Frau Homburger die Wahl an: „Mich haut so schnell nichts um, sie werden mich so erleben wie und eh und je, mit vollem Einsatz für die FDP.“

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