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Jüngere von FDP enttäuscht : Was heißt eigentlich noch liberal?

Christian Lindner, Bundesvorsitzender der FDP, stellt die Kampagne der Freien Demokraten zur Bundestagswahl 2021 vor. Bild: dpa

Bei der Bundestagswahl haben viele junge Leute zum ersten Mal die FDP gewählt. Jetzt sind sie enttäuscht. Das liegt an der „Zeitenwende“ – aber auch an Parteichef Christian Lindner.

          7 Min.

          Vor der Bundestagswahl wusste Carla Schlüter lange nicht, wen sie wählen soll. Union und SPD waren ihr zu austauschbar, die Linke und die AfD tabu. Schlüter wollte eine rasche Digitalisierung des Landes, eine bessere Bildung, vor allem eine fortschrittliche Klimapolitik. Lange schwankte die junge Frau aus München zwischen den Grünen und der FDP. Am Ende wählte sie die FDP. Weil deren Fortschrittsversprechen sie überzeugte, das nicht auf mehr Staat und mehr Verbote setzte, sondern auf mehr Eigenverantwortung und den Markt.

          Oliver Georgi
          Redakteur in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          So wie Schlüter entschieden sich im Herbst viele junge Menschen. Bei den Jung- und Erstwählern lagen die Liberalen am Ende vorn, noch vor den Grünen. Das überraschte viele; ausgerechnet die FDP, die vor ein paar Jahren noch die Partei der weißen alten Männer war? Doch die Pandemie hatte die FDP für die Jungen attraktiv gemacht – wer zu Hause sitzt und nicht mehr feiern darf, ist besonders empfänglich für das Versprechen von Freiheit. Außerdem wirkte Christian Lindner gegen Olaf Scholz und Armin Laschet wie der dynamische Sohn, der seine alten Eltern besucht und ihnen dabei noch schnell ihren Computer einrichtet, den sie nicht mehr verstehen: Fortschritt first, Trägheit second. Das gefiel Carla Schlüter.

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