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FDP in der Krise : Wenn das Zugpferd lahmt

Wie weiter? Linda Teuteberg und Christian Lindner vergangenen April auf dem Bundesparteitag in Berlin Bild: Picture-Alliance

Die FDP dümpelt nur noch bei fünf Prozent, ihr Vorsitzender Christian Lindner wirkt unmotiviert und auch an Linda Teuteberg gibt es Zweifel. Sind die Tage der Generalsekretärin gezählt?

          7 Min.

          Linda Teuteberg galt als Hoffnungsträgerin der FDP. Eine eloquente Frau aus dem Osten, aus Brandenburg, sollte ein neues Gesicht der Liberalen werden, das möglichst viele Menschen kennen. Der Vorsitzende Christian Lindner hatte sie als Generalsekretärin ausgesucht, der Mann also, der mit Abstand das bekannteste Gesicht der FDP ist. Die Idee schien bestechend. Da Lindner rhetorisch immer Vollgas fährt, hatte die 39 Jahre alte Rechtsanwältin mit ihrer freundlichen, nachdenklicheren Art alle Möglichkeiten, einen Kontrapunkt zu setzen. Nach einer guten Rede wurde sie im Frühjahr vorigen Jahres auf dem Parteitag mit fast 93 Prozent gewählt.

          Eckart Lohse
          Leiter der Parlamentsredaktion in Berlin.
          Markus Wehner
          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Doch Teuteberg hat es in diesen Tagen schwer. Das liegt ein bisschen an den Umfragewerten der FDP, die um die parlamentarische Überlebensmarke von fünf Prozent pendeln – und damit gerade einmal rund die Hälfte des Wahlergebnisses von 2017 ausmachen, als die Partei 10,7 Prozent einfuhr. Die Umfragewerte sind allerdings nur die Begleitmusik zu Attacken auf die Generalsekretärin, die aus der eigenen Partei kommen. Ihre Tage in dem Führungsamt seien gezählt, sie stehe kurz vor der Ablösung, heißt es. Und seit vor gut zwei Wochen Entsprechendes in der Presse zu lesen war, dürfte Teuteberg fühlen, dass Parteifreunde an ihrem Stuhl sägen.

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