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FDP in der Sinnkrise : Kubicki kritisiert „modernistischen“ Auftritt

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So jung kommen sie nie wieder zusammen: Wolfgang Kubicki (l), stellvertretender FDP-Parteivorsitzender und FDP-Chef Christian Lindner. Bild: dpa

Nach der FDP-Wahlpleite im Osten sticheln jetzt die zwei führenden Köpfe der Partei gegeneinander. Dünnhäutig reagierte vor allem der Jüngere von beiden auf die Kritik.

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          Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki sieht die starke Konzentration seiner Partei auf eine junge Klientel kritisch. „Der sehr juvenile Auftritt der Freien Demokraten hat die über 60-Jährigen verstört. Die Kampagnen, die wir fahren, sind sehr bunt, sehr knallig. Wir reden von einem neuen Deutschland, von der digitalen Zukunft und gebrauchen sehr viele Anglizismen“, sagte der 67 Jahre alte Politiker im RTL-Podcast „Fragen wir doch!“. „Ich habe mich entschieden, deutlich mehr aufzutreten.“

          FDP-Chef Christian Lindner reagierte spitz. „Anders als Wolfgang Kubicki glaube ich nicht, dass bunte Farben Wähler von der FDP abhalten, sondern Inhalte“, schrieb er am Sonntag auf Twitter. „Bei Klima und Migration werden wir nicht als Alternative zu CDU, SPD und Grünen wahrgenommen - ändern wir das. Gut ist, wenn Wolfgang wieder stärker mitmacht.“

          In den vergangenen Jahren war die Partei sehr stark auf den 40 Jahre alten Parteichef zugeschnitten. Lindner hat den Auftritt der Partei modernisiert und ist stark in den sozialen Medien präsent.

          Kubicki bekräftigte seine Empfehlung, sich personell breiter aufzustellen. Zugleich wünscht er sich mehr Empathie in der Ansprache: „Das, was wir an Papieren produzieren, ist zu technokratisch. Menschen treffen ihre Entscheidungen nicht nur mit dem Kopf, sondern aus dem Bauch heraus oder anders gesagt mit dem Herzen. Wenn es uns nicht gelingt, diese Emotionen auch anzusprechen, haben wir ein Vermittlungsproblem.“

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