https://www.faz.net/-gpf-93bvu

FAZ.NET-Countdown : Terror in New York

  • -Aktualisiert am

Auto als Waffe: Mit diesem Kleinlaster wurden zahlreiche Menschen in New York getötet. Bild: AFP

Während die Jamaika-Unterhändler über Bildung, Wirtschaft und Verkehr verhandeln, brodelt es in Spanien weiter – und New York wird Schauplatz einer Tragödie. Die konnte hierzulande gerade noch verhindert werden.

          Wieder einmal hat ein Terrorist zugeschlagen – mit einer „Waffe“, die wir auch schon in Nizza, London und Berlin erleben mussten.

          „Akt des Terrors“ in New York

          Der Fahrer eines Pick-Ups hat im Südwesten von New York zahlreiche Menschen umgefahren, verletzt und auch einige getötet. Er fuhr über eine Fahrradspur, stieg danach aus und hielt Waffen hoch. Polizisten schossen ihn an und nahmen ihn fest. Mindestens sechs Menschen starben noch vor Ort, zwei weitere im Krankenhaus. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio sprach von einem Terrorakt. „Es sieht wie eine weitere Attacke einer sehr kranken und gestörten Person aus“, schrieb der amerikanische Präsident Trump bei Twitter. Die Ermittler arbeiteten das Ereignis auf. „NICHT IN DEN USA!“, beendete Trump in Großbuchstaben seine erste Reaktion. Nach Angaben des Gouverneurs von New York besteht keine weitere Gefährdungssituation. Verfolgen Sie die weiteren Entwicklungen auf FAZ.NET. Eindrücke von unserer Autorin Frauke Steffens: New Yorkt trotzt der Angst. Schneller Überblick: Was wir wissen – und was nicht.

          Sondierungen

          Für die Teilnehmer der Sondierungstreffen gibt es keine Feiertage. Den Reformationstag nicht, der gestern zum Luther-Jubiläum begangen wurde, und auch Allerheiligen nicht, einen Tag, an dem Teile Westdeutschlands frei haben. Gestern wurde über Bildung und Digitalisierung verhandelt. Ein Themenfeld, in dem die Verhandlungspartner viel verbindet, und eine Einigung wenig Probleme bereiten dürfte. Hier zeigte sich zum ersten Mal deutlich, wo die unterschiedlichen Partner einen gemeinsamen Akzent finden könnten – Jamaika als Bildungsrepublik. In kleiner Runde trifft man sich heute um 12 Uhr, um über Streitthemen wie Landwirtschaft und Verbraucherschutz sowie Wirtschaft und Verkehr zu sprechen. Besonders zwischen Grünen und CSU verlaufen hier tiefe ideologische Gräben.

          Sprinter – der politische Newsletter der F.A.Z.
          Sprinter – der Newsletter der F.A.Z. am Morgen

          Starten Sie den Tag mit diesem Überblick über die wichtigsten Themen. Eingeordnet und kommentiert von unseren Autoren.

          Mehr erfahren

          Dank sozialer Netzwerke wie Twitter und Instagram ist weithin bekannt, was während der Gespräche getrunken und gegessen wird. Nicht nur, dass Papiere über den Zwischenstand ständig abfotografiert werden. Als Geste der Transparenz zeigen manche, was sie trinken – Minztee bei der FDP, Smoothie bei den Grünen. Und Peter Tauber bringt zwei Tüten Weingummi zu den Jamaika-Verhandlungen mit: Tropifrutti und Phantasia.

          Wenn am Donnerstagmorgen in kleiner Runde noch ein nennenswerter Zwischenstand beim Themenfeld „Flucht, Asyl, Migration, Integration“ erzielt werden kann, dürfte die nächste Beratungsrunde immer näher rücken. Am Freitagmorgen wollen die Verhandelnden die Ergebnisse präsentieren. Obwohl alle Beteiligten immer wieder wortreich deutlich machen, dass eine Koalition noch immer scheitern kann, wird eine solche immer wahrscheinlicher.

          Puigdemonts Flucht

          Die spanische Politik dürfte sich auch in den kommenden Tagen nicht beruhigen. Nachdem der abgesetzte Regionalpräsident Kataloniens Carles Puigdemont nun doch kein Asyl in Belgien beantragt hat, wie manche es vermuteten, in Brüssel aber den großen Auftritt suchte, will er vorerst von dort aus weiter regieren. Auch eine Vorladung, die gestern Abend vom Obersten Strafgerichtshof Spaniens versandt wurde, dürfte an seinem Aufenthaltsort wenig ändern. Puigdemont soll dort bereits am Donnerstag als Beschuldigter aussagen. Sein Rechtsbeistand, der belgische Anwalt Paul Bekaert sagte daraufhin, er erwarte nicht, dass sein Mandant bald nach Spanien zurückkehre.

          In spanischen Medien gab es am Abend dagegen Gerüchte, der Politiker sei auf dem Rückweg nach Barcelona. Ein Taxi-Fahrer und Passagiere eines Flugzeugs nach Barcelona wollen ihn gesehen haben. Ein neues Verwirrspiel? Sollte er in Belgien bleiben und gegen ihn ein europäischer Haftbefehl ausgesetzt werden, entscheidet nicht die belgische Regierung, sondern ein Gericht in einem zweistufigen Berufungsverfahren. Das kann dauern. Ohne Puigdemonts Zutun ist es unwahrscheinlich, dass er Donnerstag vor Gericht erscheint. Während in Barcelona die Zentralregierung die wichtigen Stellen neu besetzt hat, bleibt es auch im Rest Kataloniens friedlich. Viele, die vorher auf der Seite des selbsterklärten Unabhängigkeitskämpfers Puigdemonts standen, nehmen ihm die Flucht nach Belgien übel.

          Terrorverdächtiger könnte als Flüchtling eingereist sein

          In Schwerin ist gestern ein Mann festgenommen worden, dem die Sicherheitsbehörden vorwerfen, einen schweren Terroranschlag geplant zu haben. Der 19 Jahre alte Syrer Yamen A. soll das Ziel gehabt haben, möglichst viele Menschen zu töten. Über Monate haben die Behörden ihn überwacht, im Juli soll er spätestens den Anschlagsplan gefasst haben. Innenminister Thomas de Maizière sagte, der Verdächtige sei so spät gefasst worden, dass es genügend Beweise gibt, und so früh, dass nichts Schlimmes passiert sei. Für den Innenminister, von dem viele glauben, dass er sein Amt in der nächsten Koalition nicht behalten darf, ist das ein Erfolg. Eine Information, die am Dienstagabend vom Innenministerium von Mecklenburg-Vorpommern veröffentlicht wurde, könnte in rechten Kreisen für Aufruhr sorgen: Der festgenommene Syrer kam im Herbst 2015 nach Deutschland, wohl mit dem Flüchtlingsstrom. Im Frühjahr 2016 bekam er eine Aufenthaltsgenehmigung.

          Abonnieren Sie hier den kostenfreien politischen und wirtschaftlichen Newsletter F.A.Z. Sprinter. Der kompakte Überblick über alles, was am Tag wichtig wird. Immer werktags um 6.30 Uhr.

          Weitere Themen

          Bewegende Trauerzeremonie für Journalistin Lyra McKee Video-Seite öffnen

          Abschied in Belfast : Bewegende Trauerzeremonie für Journalistin Lyra McKee

          Unter großer Anteilnahme wurde in einer Trauerfeier der getöteten nordirische Journalistin Lyra McKee in Belfast gedacht. Führende Politiker aus Großbritannien und Irland nahmen an der Zeremonie in der Kathedrale St. Anne’s teil. Pfarrer Martin Magill rief die politischen Parteien zum Zusammenrücken auf.

          Trumps Einwanderer-Dilemma

          Immigration in Amerika : Trumps Einwanderer-Dilemma

          Die humanitäre Krise an der Grenze zu Mexiko kann Donald Trump mit „Härte“ allein nicht lösen. Doch seinen Anhängern will der Präsident in der Einwanderungspolitik Ergebnisse liefern – dabei stößt er an rechtliche Grenzen.

          Eine Versammlung an zwei Standorten Video-Seite öffnen

          Das EU-Parlament : Eine Versammlung an zwei Standorten

          Die Europa-Abgeordneten tagen abwechselnd an zwei Standorten: im ostfranzösischen Straßburg und in Brüssel. Die europäischen Beamten erfüllen ihre Aufgaben von Luxemburg aus. Im Plenarsaal sitzen die Abgeordneten nach politischen Fraktionen geordnet, nicht nach ihrer Nationalität.

          Topmeldungen

          Die Faust geballt, der Blick geht nach Berlin: Robert Lewandowski zieht mit dem FC Bayern ins DFB-Pokalfinale ein.

          Furioses 3:2 in Bremen : FC Bayern nach Spektakel im Pokalfinale

          Die Münchener führen im Halbfinale des DFB-Pokals lange, dann trifft Werder Bremen binnen weniger Sekunden gleich zwei Mal. Doch am Ende jubelt trotzdem der FC Bayern – Trainer Kovac stellt zudem eine beeindruckende Bestmarke auf.

          Quartalszahlen vorgelegt : Tesla macht hohen Verlust

          Elon Musk hatte versprochen, sein Elektroautohersteller werde dauerhaft profitabel sein. Doch von Gewinnen ist Tesla im ersten Quartal weit entfernt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.