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FAZ.NET-Countdown : Eine Partei sucht ihre Minister

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Andrea Nahles, und Hamburgs Erster Bürgermeister und kommissarischer SPD-Parteivorsitzender Olaf Scholz (SPD) in Berlin Bild: dpa

Während die SPD rätselt, mit wem sie ihre Ministerposten bestücken soll, muss sich eine CDU-Frau in Frankfurt möglicherweise auf die nächste Niederlage vorbereiten. Zum Weltfrauentag zeigt sich aber, dass die meisten Frauen von Erfolg gekrönt sind.

          Zumindest gibt es jetzt eine Uhrzeit. Am Freitag um 10 Uhr hat das Rätselraten ein Ende. Dann will die SPD-Parteispitze um den kommissarischen SPD-Vorsitzenden Olaf Scholz bekannt geben, wer die sechs Ministerposten übernehmen soll.

          Es geht um wichtige Ressorts der neuen Bundesregierung: Arbeit, Familie, Außen, Justiz, Umwelt und Finanzen. In den zurückliegenden Wochen haben sich die Gerüchte und Vermutungen gewandelt, wer die Ämter übernehmen könnte. Der Mann, der für die SPD noch die Koalitionsverhandlungen leitete, Martin Schulz, wollte Außenminister werden. Das ist vorbei, genauso wie er nicht mehr Parteivorsitzender ist. 

          Gesetzt ist Olaf Scholz als Finanzminister. Das gilt auch für Katharina Barley, die bislang Familienministerin war und sich selbst als „Universalwaffe“ bezeichnete und Justizminister Heiko Maas. Anfangs galt es als ausgemacht, dass ein profilierter SPD-Politiker wie Thomas Oppermann ins Außenamt gehen könnte.

          Aber auch Andrea Nahles hat gesehen, wie viel Angela Merkel mit kluger Personalpolitik bewirken konnte. Kritiker band sie ein, beachtete den Proporz und sorgte für Überraschungen (die künftige Bildungsministerin Anja Maria-Antonia Karliczek - lesen Sie heute in der F.A.Z. ein großes Porträt von ihr). Heute ist die CDU mehr oder weniger befriedet, der Generationenwechsel ist eingeleitet.

          Dringend gesucht wird offenbar: Weiblich, jung und aus Ostdeutschland stammend. Zu den Namen, die in dem Zusammenhang gehandelt werden, zählt auch Franziska Giffey, Bezirksbürgermeisterin aus Neukölln (stammt aus Frankfurt/Oder). Sie gilt als zupackend und hat einige Fürsprecher in der Partei.

          Die Parlamentarische Geschäftsführerin Dagmar Ziegeler und die ebenfalls aus Brandenburg stammende Landtagsabgeordnete Klara Geywitz werden außerdem genannt. Andere, die möglicherweise einen Posten bekommen könnten: Christina Kampmann und Svenja Schulz kommen aus Nordrhein-Westfalen und könnten das Ticket des größten SPD-Verbandes bekommen, falls Barbara Hendricks ausscheidet. Falls, könnte, würde – richtig klar ist noch nichts. 

          Einige, die als Kandidaten gehandelt werden – dazu zählen Barley und Giffey – kommen heute Nachmittag zum Frauensalon, einer SPD-Veranstaltung in Berlin mit Andrea Nahles zusammen. Da wird sie schon wissen, wen sie für welchen Posten vorsieht. 

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          Blumen oder Daten zum Weltfrauentag? 

          Heute ist Weltfrauentag. Politiker und Unternehmen, die vorgeben, sich Frauen besonders zugetan zu fühlen, verteilen da häufig Rosen in der Innenstadt. Der Blumenversand Fleurop fragt auf seiner Internetseite: „Denken Sie doch einmal darüber nach, welche Frau in Ihrem Leben ein kleines Dankeschön verdient hat.” Dort gibt es die Sträuße „Zartes Erblühen“ und „Charmeoffensive“. Ein einst von Sozialisten erfundener Tag wird nach dem Valentinstag zur günstigen Einnahmequelle für die Blumenhändler.

          Das Statistische Bundesamt, das sich seit langem im saisonalen Vermarkten eigener Daten versteht, schenkt uns Zahlen über die Erwerbstätigkeit von Frauen: Danach ist in den vergangenen zehn Jahren der Anteil der Frauen, die sich selbst den Lebensunterhalt finanzieren, um zehn Prozent auf 72 Prozent gestiegen. Von den Statistikern ist auch zu erfahren, dass der größte Anteil kinderloser Frauen unter den Informatikerinnen zu finden ist. Woran das liegt? Die Zahlen verraten das nicht.

          Das Großstadtproblem der CDU

          Am Sonntag findet in Frankfurt die Stichwahl über das Amt des Oberbürgermeisters statt. Im ersten Durchgang hat der SPD-Amtsinhaber Peter Feldmann mit über 46 Prozent gewonnen. Die CDU-Kandidatin lag 20 Prozent dahinter. Die Chancen stehen schlecht für Bernadette Weyland, und damit könnten die Christdemokraten wieder eine Großstadt verlieren. Dabei ist Frankfurt eine bürgerliche Stadt, die von Banken und Unternehmen lebt. Woran liegt es, dass die CDU in Großstädten wie München, Hamburg oder Berlin abgeschlagen ist, wenn es um die Wahl des Oberbürgermeisters geht? Meine Kollegin Mona Jaeger und ich haben uns umgehört und fragen in unserem Beitrag, ob Frankfurt eine linke Stadt ist – und was die CDU gegen ihr Großstadtproblem tun könnte. Lesen Sie den Text in F.A.Z. Plus.

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