Kritik an Merkel :
Was Lindner wurmt

Berthold Kohler
Ein Kommentar von Berthold Kohler
Lesezeit: 1 Min.
Ein Interview „unangemessener Stil“? Der Schmerz der FDP muss immer noch groß sein.

Dass die Kanzlerin die europapolitischen Vorschläge Macrons in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung beantwortete, mag so manchen gewurmt haben. Am meisten ärgert das offenbar die FDP.

Schon am Montag monierte deren Vorsitzender, das sei „im Stil nicht angemessen gewesen“. Am Mittwoch hielt Lindner Merkel noch einmal vor, sich nicht im Bundestag, „aber immerhin hinter der Bezahlschranke einer Sonntagszeitung“ geäußert zu haben.

Wenn Lindner nicht schon FDP-Vorsitzender wäre, müsste man ihm raten, sich einmal bei der FDP zu erkundigen, wie Wirtschaftsunternehmen, auch Zeitungsverlage, ihr Geld verdienen. Die „Bezahlschranke“ verhinderte nicht, dass Merkels Äußerungen schnell im Netz verbreitet wurden und die Fernsehnachrichten beherrschten.

Offenbar schmerzt es die FDP (die einst von Journalisten Parteitagsteilnahmegebühren verlangen wollte) noch immer, erst in der Zeitung lesen zu müssen, was sie am Kabinettstisch hätte erfahren können – wenn ihre Angst vor dem Regieren nicht so schrankenlos gewesen wäre.

Diesen Kommentar stellen wir vor die „Bezahlschranke“, damit auch die FDP ihn kostenlos lesen kann.