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Fatale Corona-Folgen : Die dunklen Seiten des Lockdowns

  • -Aktualisiert am

Kinder in aller Wert: Auch im amerikanischen Bundesstaat Georgia müssen Kinder im Schulbus Masken tragen Bild: dpa

Misshandelte Kinder, unbehandelte Patienten: Was Mediziner über die psychosozialen Folgen des Lockdowns und der eingeschränkten Schulöffnungen berichten, ist erschreckend.

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          Selbst wenn die Risiken durch Urlaubsheimkehrer in der jüngsten sächsischen Studie über Grundschulen und Gymnasien noch nicht erfasst werden konnten, machen ihre Ergebnisse Mut für den Alltag unter Corona-Bedingungen. Denn auch im Juni und Juli wurde kein akut infizierter Schüler oder Lehrer gefunden. Vielmehr bestätigt die Leipziger Studie die schon früher veröffentliche Studie aus Dresden, die eine erstaunlich geringe Immunität unter Schülern und Lehrern weiterführender Schulen zu Tage gefördert hatte.

          Schulen haben sich auch nach der frühen Öffnung in Sachsen nicht als Infektionsbeschleuniger erwiesen. Die Mediziner des Leipziger Universitätsklinikums haben sich deshalb eindeutig für Schulöffnungen nach den Sommerferien mit klaren Hygieneauflagen ausgesprochen. Es ist beruhigend, dass sie den Schulbeginn nach den Sommer- und Herbstferien weiterhin mit ihren Studien begleiten.

          Wirklich erschreckend ist alles das, was die Mediziner über die psychosozialen Folgen des Lockdown und der eingeschränkten Schulöffnungen berichten. Alle Spuren von häuslicher Misshandlung, die oft in Kindergärten und Schulen entdeckt werden, blieben im Verborgenen. Monatelang sahen die Kinderärzte keine misshandelten Kinder oder Babies mit Schütteltrauma mehr. Wer sich klarmacht, dass die häusliche Beengtheit und sozial prekäre Verhältnisse solche Misshandlungen begünstigen, ahnt das Ausmaß des zu befürchtenden Grauens. Es wird wohl erst in einigen Monaten deutlicher offenbar werden.

          Aber auch chronisch kranken Kindern erging es nicht besser als Erwachsenen, die dringend einer Behandlung bedurft hätten: ein Diabetes-Kind bekamen die Ärzte erst wieder zu sehen, als sein Leben in akuter Gefahr war. Ähnliche Berichte gibt es aus den Vereinigten Staaten, wo leukämiekranke Kinder nicht rechtzeitig zur dringend nötigen Behandlung kamen. Auch deshalb gilt es, Schulschließungen möglichst zu vermeiden und sie nur im äußersten Notfall anzuordnen. Denn die Kinder brauchen die Schule – als Schutz und festen Rahmen ihres Lebens mehr als vielen bewusst ist.

          Heike Schmoll

          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

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