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Islamfeindlichkeit : Fast 900 Übergriffe auf Muslime in Deutschland in 2019

  • Aktualisiert am

Absperrband hängt vor einem Dönerladen in Halle, wo im Oktober 2019 zwei Menschen erschossen wurden. Bild: dpa

Seit 2017 konnte die Zahl der Angriffe auf Muslime nicht gesenkt werden. Im Jahr 2019 wurden einem Bericht zufolge 871 Übergriffe gezählt. Nach den Taten in Halle und Hanau hat die Polizei ihr Vorgehen verschärft.

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          Im vergangenen Jahr sind in Deutschland einem Bericht zufolge 871 Übergriffe auf Muslime und ihre Einrichtungen registriert worden. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der innenpolitischen Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, Ulla Jelpke, hervor, wie die „Neue Osnabrücker Zeitung“ berichtete. Jelpke geht nach eigenen Worten davon aus, dass erfahrungsgemäß noch zwischen zehn und 90 Nachmeldungen aus den Behörden hinzukämen.

          Bei dem Attentat auf die Synagoge in Halle am 9. Oktober 2019 waren auch zwei Menschen aus islamfeindlichen Motiven getötet worden. Der Täter hatte sie an einem Döner-Imbiss erschossen, nachdem er vergeblich versucht hatte, in die Synagoge einzudringen. 33 Muslime wurden den Angaben zufolge 2019 bei islamfeindlichen Übergriffen verletzt.

          Die Zahl der Übergriffe insgesamt sei seit 2017 etwa konstant geblieben, hieß es. „Der Hass auf Muslime bricht sich weiterhin in gewaltsamen Übergriffen, Bedrohungen und Beleidigungen Bahn“, sagte Jelpke. Auch wenn die Polizei seit den Taten in Halle und zuletzt in Hanau verstärkt gegen rechtsextreme Terrorzellen vorgehe, könne keinesfalls Entwarnung gegeben werden. „Wir müssen leider damit rechnen, dass es noch weitere derartige tickende Zeitbomben gibt“, sagte die Linken-Politikerin.

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