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Familienpolitik : Zu wenig Kinderbetreuung: Merkel „stinksauer“ auf Kauder

  • Aktualisiert am

Sind sich einig: Von der Leyen (li.), Merkel Bild: REUTERS

Was Unionsfraktionschef Kauder noch ermitteln will, ist für Bundeskanzlerin Merkel schon klar: Es fehlt an Betreuungsplätzen für Kinder. Wegen Kauders Kontra zu den Plänen von Familienministerin von der Leyen ist die Kanzlerin angeblich „stinksauer“.

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          Im Streit um den Ausbau der Kinderbetreuung hat Bundeskanzlerin Angela Merkel von einem Mangel an Plätzen gesprochen. „Wir wissen, dass wir zu wenig Betreuungsangebote haben“, sagte Merkel am Mittwochabend in der ARD-Sendung „Tagesthemen“.

          Zu einer im Koalitionsausschuss beschlossenen Prüfung der Lage sagte sie in dem Interview: „Es geht jetzt nur darum, wer macht im Augenblick was und wer hat welchen zusätzlichen Bedarf.“ Schließlich gebe es zwischen dem Schwarzwald und dem Ballungsraum München wie auch zwischen den einzelnen Bundesländern erhebliche Unterschiede bei den Bedürfnissen.

          Merkel stützt von der Leyen

          Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat einen groß angelegten Ausbau der Kinderbetreuung angeregt - mit rund 750.000 Krippenplätzen, wie sie am Mittwoch bekräftigte. Diese Position wird von der SPD unterstützt, die allerdings kritisiert, dass der Ministerin die Unterstützung ihrer Partei fehle. Bei den Beratungen der Koalition am späten Montagabend hatten die Spitzen der Union die Pläne von der Leyens in Frage gestellt und durchgesetzt, dass zunächst der Bedarf ermittelt werden soll. Unions-Fraktionschef Volker Kauder hatte unter Hinweis auf einen schon vereinbarten Aufbau von 230.000 Plätzen bis 2010 erklärt: „Dann muss die Frage geklärt werden, ob damit der bedarfsgerechte Ausbau erreicht ist oder ob zusätzliche Plätze nötig sind.“ (siehe auch: )

          Nach Informationen der „Passauer Neuen Presse“ ist die Bundeskanzlerin über diese Äußerungen Kauders erbost. Merkel habe Familienministerin von der Leyen mitgeteilt, sie sei wegen Kauders Erklärungen nach dem Treffen des Koalitionsausschusses stinksauer, berichtet das Blatt am Donnerstag unter Berufung auf CDU-Kreise.

          Kauder muss zum Rapport

          Weiter heißt es in dem Bericht, Merkel habe von der Leyen aufgefordert, nicht von ihrer Linie beim Thema Krippenplätze abzuweichen. Die Kanzlerin wolle mit Kauder ein klärendes Gespräch führen und sicherstellen, dass künftig Kommunikation und Außendarstellung nach Koalitionsrunden seitens der Union verbessert würden. Die Union habe beim Thema Familie zuletzt gepunktet und weit vor der SPD gelegen. Nach Einschätzung der CDU-Führung habe Kauder mit seinen Äußerungen ein „klassisches Eigentor“ erzielt. „Das ist ein GAU“, wird ein CDU-Präsidiumsmitglied in dem Bericht zitiert.

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