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Familiennachzug : Kleine Münze, große Zahl

Humanitäre Geste: Im Rahmen des Resettlement-Programms kommt 2015 eine afghanische Familie in Hannover an. Bild: Picture-Alliance

Der Familiennachzug war als minimale Geste für Syrien-Vertriebene gedacht. Doch mittlerweile ist er ein riesiges Problem in der deutschen Politik. So ist es dazu gekommen.

          7 Min.

          Es war gut gemeint. Deutschland wollte helfen, angesichts des Elends in Syrien nicht untätig bleiben. Der Familiennachzug für Kriegsvertriebene war dabei ein juristisches Hilfsmittel für einige hundert Flüchtlinge, nicht für annähernd eine Million. Als der Bürgerkrieg in Syrien schon drei Jahre tobte, wir schreiben das Jahr 2014, flohen immer mehr Menschen aus den umkämpften Gebieten. Sie nahmen Flugzeuge oder Boote, oft von Schleppern zu hohen Kosten angeboten.

          Peter Carstens
          Politischer Korrespondent in Berlin
          Eckart Lohse
          Leiter der Parlamentsredaktion in Berlin.
          Majid Sattar
          Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          3000 bis 4500 Syrer gelangten in der zweiten Jahreshälfte 2014 pro Monat nach Deutschland. Anfang 2015 setzte sich dieser Trend fort. Viele der gefährlichen Fluchten wurden von Schleppern organisiert, skrupellosen Banden, die am Elend prächtig verdienten. Die Innenminister der Länder erkannten die Not und wollten helfen, Schleusern das Handwerk zu legen. Deshalb stimmten sie einem Resettlement-Abkommen zu. Zunächst sollen 300 pro Jahr kommen und bleiben dürfen, dann 500. Nicht sehr viele. Aus heutiger Sicht: Aus einem breiten Strom des Elends sollten ein paar Tropfen auf deutschen Boden gelangen.

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