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Nachzug von Ehepartnern : Viele scheitern am Deutschtest im Ausland

  • Aktualisiert am

Sprachkenntnisse lassen sich im Aus- oder im Inland erwerben. Was ist sinnvoller? Bild: dpa

Viele Ausländer, die zu ihrem Ehepartner nach Deutschland ziehen wollen, müssen Deutschkenntnisse nachweisen – und zwar schon vor der Einreise. Kritiker finden das unsinnig. Für Flüchtlinge gilt die Regel ohnehin nicht.

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          Beim Ehegattennachzug scheitert fast ein Drittel der nachzugswilligen Ehepartner am Deutschtest im Ausland. Betroffen davon waren im vergangenen Jahr 12.000 Menschen. Das geht aus einer Antwort des Bundesaußenministeriums auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion hervor, die der „Passauer Neuen Presse“ vorliegt.

          Insgesamt gab es 2016 die Goethe-Institute 37.840 Prüfungen „Deutsch 1“, die für einen Nachzug von Ausländern nach Deutschland bestanden werden müssen. 68 Prozent der Teilnehmer bestanden die Prüfung. Aus mehreren Herkunftsländern schafften nur die Hälfte oder noch weniger Ehepartner den Test. Dazu zählen Afghanistan, Jordanien, Ägypten, der Senegal und Ghana.

          Gilt nicht für Flüchtlinge

          Grundsätzlich müssen alle Ausländer, die zu ihrem Ehemann oder ihrer Ehefrau nach Deutschland ziehen wollen, Sprachkenntnisse vorweisen. Ausgenommen sind EU-Bürger, hochqualifizierte Erwerbstätige, Selbstständige sowie anerkannte Flüchtlinge und subsidiär Schutzberechtigte. Die Erfordernis war 2007 ins deutsche Aufenthaltsgesetz aufgenommen worden. Damit sollten Zwangsheiraten verhindert und die Integration gefördert werden.

          Sevim Dagdelen, Sprecherin der Linksfraktion für Migration und Integration, beklagte die hohe Durchfallquote: „Es ist irrsinnig, dass Ehepaare nicht zusammen leben dürfen. Für viele ausländische Ehepartner ist es eben nicht einfach, die deutsche Sprache in Wort und Schrift im Ausland zu lernen. Deutsch lernt man am besten in Deutschland“, sagte sie der Zeitung. „Die Bundesregierung verstößt zudem durch die hohen Sprachhürden gegen den grundgesetzlichen Schutz von Ehe und Familie. Es ist höchste Zeit, dass diese familienfeindliche Regelung fällt.“

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