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Familienministerium : Giffey will Männer stärker fördern

Franziska Giffey Bild: EPA

Mehr Suizide, viele Gewaltopfer: Die Familienministerin will Prävention und Förderung für Männer und Jungen mehr in den Fokus rücken – und ihnen in der Gleichstellungspolitik helfen.

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          Mit 1,15 Millionen Euro will Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) qualitative Männerarbeit fördern und ein flächendeckendes Netz einer männerfokussierten Beratung finanzieren. „Ich möchte auch Männer, die sich in Problem- und Krisensituationen befinden, besser unterstützen“, sagte Giffey und verwies auf Dreiviertel der Suizide, die von Männern und Jungen begangen werden. 610.000 Männer würden außerdem jährlich Gewaltopfer im öffentlichen und privaten Raum.

          Heike Schmoll
          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          Auch die Wohnungslosen sind in der Mehrheit Männer. In einem Stufenplan will Giffey deshalb das Beratungs- und Hilfesystem für Jungen und Männer stärker ausbauen und die Fakten zur Gewaltbetroffenheit verbessern. Künftig soll es auch mehr Multiplikatoren für eine männerfokussierte Beratung durch den Sozialdienst katholischer Männer (SKM Bundesvorstand e.V.) geben. Auch eine bundesweite Fach- und Koordinierungsstelle für Männergewaltschutz soll es künftig geben.

          Jahrzehntelang war Gleichstellung ein reines Frauenthema. In vielen Bereichen ist sie durchgesetzt, Frauen sind in der Mehrheit, in anderen gibt es deutlichen Nachholbedarf. „Solange Frauen viel schlechter bezahlt werden als Männer, solange sie in Führungspositionen unterrepräsentiert sind und viel häufiger Opfer von Partnerschaftsgewalt werden, braucht es den besonderen Fokus auf die Frauenpolitik“, sagte Giffey.

          Hilfe auch in der Gleichstellungspolitik

          Aber auch Männer brauchten Unterstützung, wenn es etwa um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gehe. „Deshalb müssen auch sie Adressaten und Nutznießer unserer Gleichstellungspolitik sein“, so Giffey. Die Bundesregierung will deshalb noch in diesem Jahr eine Gleichstellungsstrategie verabschieden.

          Die EU-Ratspräsidentschaft Deutschlands vom Sommer an solle dazu genutzt werden, um in Deutschland und Europa die tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern voranzubringen. Als Beispiele für konkrete Gleichstellungspolitik nannte Giffey zwei Förderprojekte: Das Digitale Deutsche Frauenarchiv, für das im Jahr 1,85 Millionen Euro zur Verfügung stehen und das zeigen soll, was die Frauenbewegung in Deutschland erkämpft hat, sowie das Projekt „Männer stärker in die Gleichstellungspolitik“ vom Bundesforum Männer.

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