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Bundesweites Programm : Familienministerium schickt Anti-Mobbing-Profis an Schulen

  • Aktualisiert am

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) Bild: dpa

Das Projekt ist Teil des Nationalen Präventionsprogramms gegen islamistischen Extremismus von Bundesfamilienministerin Giffey. Neben sogenannten Respekt-Coaches soll ein besseres Meldesystem für Mobbingfälle eingeführt werden.

          Das Bundesfamilienministerium startet mit dem neuen Schuljahr ein Projekt gegen religiöses und antisemitisches Mobbing an deutschen Schulen. Bundesweit sollen 168 Sozialarbeiter als Anti-Mobbing-Profis in den Schulen präsent sein, um sich mit Konflikten auseinanderzusetzen und mit Schülern zu arbeiten, sagte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) der „Berliner Zeitung“.

          „Wenn jemand andere mit ,du Jude‘, ,du Opfer‘, ,du Moslem‘, ,du Homo‘ oder ,du Nazi‘ beschimpft, darf man das nicht als Pausengespräch abtun“, sagte die SPD-Politikerin. Das müsse besprochen und aufgearbeitet werden. „Eine Weltkarte, auf der mit dem Zirkel Israel ausgekratzt wurde, kann so nicht in der Klasse hängen bleiben.“

          Das Projekt ist Teil des Nationalen Präventionsprogramms gegen islamistischen Extremismus. Im Jahr 2018 stellt die Bundesregierung dafür 20 Millionen Euro bereit. Jeder sogenannte Respekt-Coach erhalte 20.000 Euro, um geeignete Projekte umzusetzen.

          Schulen haben Angst vor Imageproblemen

          Giffey sprach sich zudem dafür aus, das Meldesystem für Mobbing-Fälle an den Schulen besser auszugestalten. „Es gibt Schulleiterinnen und Schulleiter, die jeden Fall ans Schulamt, an die Schulaufsicht oder ans Jugendamt melden. Wenn Schulen konsequent sind, führt es aber dazu, dass sie in der Gewalt-Statistik ganz oben stehen und deswegen Imageprobleme bekommen – obwohl gerade sie es sind, die vorbildlich damit umgehen“, sagte Giffey.

          Vor den Sommerferien hatten mehrere Fälle religiösen Mobbings unter Berliner Schülern eine bundesweite Debatte ausgelöst. So hatten Polizeigewerkschafter und der Zentralrat der Juden ein strikteres Vorgehen gegen Antisemitismus an Schulen angemahnt.

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